[Leben] 8 Jahre Mama, ein kleines Resümee

Nicht mehr lange und mein großes Kind wird 8 Jahre alt.
Es gibt Dinge, die kann man sich unfassbar oft sagen und man kann sie dennoch nicht glauben. Genauso gehts mir in diesem Punkt.
Ich dachte ja immer es seien Floskeln, wenn Eltern sagen, die Zeit vergehe so schnell und plötzlich sind sie groß. Aber so anstrengend insbesondere das erste Jahr mit ihr auch war, so sehr weiß ich nicht, wo die Zeit denn eigentlich hin ist.

Rougerepertoire Mama 8 Jahre

Als frischgebackene Mama war es nicht so einfach

Als ich Mama wurde, ganz bewusst, war ich 25 Jahre alt. Das passte nicht in die heutige Zeit. Dabei stand ich mitten im Berufsleben, hatte bereits Berufserfahrung gesammelt und konnte mir einfach nichts Schöneres vorstellen. Hat man allerdings ein Baby was auffällt, zB. durch seine Lautstärke, dann fällt man mit auf. Und so sehr man auffällt, so sehr fällt fremden Menschen ein, was man alles besser machen kann.
Wenn ich mein Kind jedes Mal gestillt hätte, wenn es schrie, dann wäre es so manches Mal ein ganzer Tag gewesen. Aber gut ist es immer, wenn fremde Menschen wissen, dass das Kind ganz sicher einfach nur hungrig ist. Heute weiß ich, dass es oft nicht nur gut gemeinte RatSCHLÄGE waren, sondern durchaus auch dieses Mitteilungsbedürfnis auf Grund von Hilflosigkeit. Es steckt nun mal in uns drin, dieser Urinstinkt, darauf zu reagieren wenn ein Baby weint. Und mal ehrlich, an sich ist das auch wirklich gut so. Wenn man allerdings selbst nicht weiß, warum das Kind die ganze Zeit furchtbar schreit und scheinbar nichts hilft, außer tragen, stillen und spazieren gehen im Wald, dann nimmt man es sicher noch einmal anders wahr. Aber insgesamt blicke ich dennoch unglaublich positiv zurück. Denn ich bin gewachsen und habe so manch eigene Grenze überschritten, ohne zu wissen, dass sie existiert und das möglich ist.
Jeder Zustand von Müdigkeit den ich zuvor empfand, alleine beruflich bedingt durch den Schichtdienst, der war ein Witz dagegen.

8 Jahre Mama

Viel zu gut erinnere ich mich an jeden einzelnen Schritt, vielleicht auch, weil ich ihn mit ihr zum ersten Mal erlebt habe. Wie sie endlich nicht mehr so viel schrie, wie sie auf einmal ohne jede Vorwarnung quer durchs Wohnzimmer lief, statt erst einmal kleine Schritte zu wagen, weil sie so unglaublich mutig ist.
Sie war diejenige, die zum ersten Mal Mama gesagt hat und ihre kleinen Arme um mich geschlungen hat. Sie war diejenige, wo ich nachvollziehen konnte, wie es sich anfühlen muss, wenn man so sehr Angst um Jemanden hat, als würde es einem das Herz rausreißen.

Ja ich werde gerade tatsächlich sentimental. Aber dieser Geburtstag ist etwas ganz Besonderes. Wieso? Weil sie so einen unfassbaren großen Sprung gemacht hat. Sie wird einfach groß. Ihre Mimik, ihr Ausdruck, ihr Verhalten. Ja groß, das trifft es wohl am ehesten.

Wenn ich zurückschaue, würde ich genau nichts anders machen.
Ich würde mich genauso wenig überreden lassen, dass sie schon aufhören wird zu schreien, wenn ich sie einfach mal nicht hochnehme.
Ich würde mich genauso wenig überreden lassen, ihr den Brei zu geben, auch wenn sie es partout nicht möchte, weil sie einfach keinen Löffel im Mund spüren möchte (Baby Lead Weaning war damals unser Ding, ohne das ich wusste, dass es so heißt.)
Ich würde mich genauso wenig überreden lassen, sie in den Kinderwagen zu legen, nur weil man es ja vermeintlich so macht (ja vor 8 Jahren waren Babytragen zwar existent, aber die Toleranz wurde bis heute doch bedeutend größer und man sieht sie häufiger).
Ich würde mich genauso wenig überreden lassen, irgendetwas anders zu machen.

Denn aus ihr ist bis heute ein so selbstbewusstes, liebendes, sensibles, empfindsames, kluges, emotionales, herzliches, soziales, engagiertes, und wunderschönes Mädchen geworden. Sie steht für ihre Meinung ein und diskutiert sich um Kopf und Kragen. Von wem sie das nur hat? Sie wird manchmal laut, wenn ihr Gegenüber zu leise ist. Sie wird noch lauter, wenn alles zu viel ist. Und genau das ist sie, dazu eine fabelhafte große Schwester. Mein Mädchen. Mit allen Ecken und Kanten und genauso ist sie richtig.

Alles Liebe
Tanja

[Leben] ein Plädoyer für Vertrauen in unsere Kinder – die 3. Klasse ruft

In NRW enden bald die Ferien und ich erinnere mich wieder einmal daran, wie nervös ich vor genau zwei Jahren war, als das große Mädchen eingeschult wurde. Wie wird es ihr in der Schule gehen? Auch wenn wir die Schulwahl als absolut passend empfanden, änderte es nichts daran, dass unser Kind mit 5 Jahren eingeschult wurde. Erst Ende September, nach der Einschulung wurde sie 6 Jahre alt und gehörte eindeutig zu den Jüngsten Kindern an der Schule. Weniger machte ich mir Gedanken, dass sie kognitiv nicht mitkommen würde. Mir machte es eher Sorge, wie sie mit Konflikten umgehen würde, da der geschützte Rahmen, Kindergarten, einfach so nicht mehr da war. Und jetzt staune ich, wie sie genau daran gewachsen ist.

Einschulung Rougerepertoire

Einschulung oder Rückstellung?

Wieso wir sie nicht zurückgestellt haben? Rückstellungen sind sehr schwierig, wenn nicht alle an einem Strang ziehen, wie zB. das Gesundheitsamt bei der Schuluntersuchung, der Kindergarten, ggf. der Kinderarzt und eben noch wir, als Eltern. Doch was genau sollte dagegen sprechen, außer dem Wissen: “Sie ist doch noch so klein. Würden wir in einem anderen Bundesland wohnen, müssten wir uns dieser Frage, die eigentlich nicht mal rhetorisch ist, stellen.” Rein logisch betrachtet sprach nichts dagegen. Einzig allein ich haderte sehr und mir blieb nichts Anderes übrig als mich zu entscheiden: ich stehe voll und ganz dahinter, oder wir müssen was unternehmen. Die Antwort kennen wir alle, sonst würde nun nicht die 3. Klasse auf sie warten.

Das Einzige was geholfen hat, war es großes Vertrauen ins eigene Kind zu haben. Wohlwissend, sie bestmöglich auf diese Zeit vorbereitet zu haben.
Meine Sorge, ihr Ehrgeiz kollidiert ggf. mit dem Lerntempo oder dem “Stoff” und damit einhergehend der Ungeduld, löste sich in Wohlgefallen auf. Man muss schon ein gewisses Selbstbewusstsein besitzen, um mathematische Gesetze mit eigenen Regeln außer Kraft setzen und diese vehement vertreten zu wollen. Dies gepaart mit einer absolut tollen Lehrerin, die genau weiß, wie sie den kreativen Chaoskopf nehmen muss, führt dazu, dass sie nicht nur gerne in die Schule geht und das seit Tag 1 an, sondern auch sehr gerne lernt.

Schenkt Flügel und fliegt los – am Besten zusammen

Ich möchte euch hiermit genau eins mit auf den Weg geben, vor allen Dingen den Eltern, die sich sorgen, was der neue Weg, das neue Kapitel Schule mit sich bringen: Habt Vertrauen in euer Kind und seid da. Seht hin und hört zu. Und solltet ihr sehr hadern, auch wenn euch das Thema erst fürs kommende Jahr betrifft, dann horcht in euch hinein, was genau euch unruhig stimmt. Einzig allein der Gedanke:
“Mein Kind ist doch noch so klein?” Ich habe mich nämlich selbst dabei ertappt, dass Loslassen eben doch gar nicht so einfach ist.

Alles Liebe,
Tanja

[Leben] Geburtstage müssen gefeiert werden und warum ich nicht mehr 7 sein möchte – Gewinnspiel mit Gusti Leder

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Als wir im Juni den Geburtstag des kleinen Löwen geplant haben, sagte eines der Mädels zu mir, ob ich auch noch einmal so klein sein wolle, wie sie es sind. 7 war die konkrete Frage. 7 war ein richtig cooles Alter, da bin ich in die Schule gekommen und ich erinnere mich an einen wirklich schönen Kindergeburtstag. Aber trotzdem möchte ich nicht noch einmal so klein sein.

Rougerepertoire Gusti Leder

Noch einmal klein sein?

Ich finde es super, diese Phase zwischen 15 und 23 überstanden zu haben, mit den ersten großen Sorgen um die Familie, mit lauter Selbstfindung und immer größer werdenden Rucksäcken, die man so mit sich herumträgt. Mit der Frage, was möchte ich einmal machen, wenn ich groß bin, dem Auszug von zu Hause und der Tatsache, dass man manchmal Freunde zurücklassen, wenn man selbst nach vorne schauen muss, um sich selbst neu sortieren zu können.

Mittlerweile kann ich mein Gepäck hervorragend in eine kleine Tasche packen. Doch dazu braucht man auch erst einmal die Richtige. Allerdings habe ich das Gefühl, eine ganz gute Begleiterin gefunden zu haben.
Romy. Dann habe ich alles bei mir und es ist noch genügend Platz für meinen anderen Sachen, wie Portemonnaie, Telefon und Sonnenbrille.
Und wie ihr seht, ist diese kleine Tasche ein wahres Platzwunder, mit verschiedenen Innenfächern, inklusive Fach vorne, welches mit einem Druckknopf verschlossen wird.

Rougerepertoire Gusti Leder Romy

Heute habe ich Geburtstag und werde 32 Jahre alt. Mit 7 Jahren dachte ich, dann wäre man alt. Heute weiß ich, dass etwas dran ist, an dieser Floskel die Menschen so sagen: Man ist nur so alt wie man sich fühlt.
Angekommen bin ich noch nicht, so fühle ich mich nicht, aber ich bin glücklich und fühle mich sehr geliebt. Nein, ich möchte ganz sicher nicht mehr 7 Jahre alt sein. Denn dann hätte ich meine coole kleine Gang nicht.

Rougerepertoire Gusti Leder 3

Und zur Feier des Tages verlose ich auch an euch eine kleine Tasche.
Für euer Gepäck, sowohl symbolisch als auch tatsächlich. Die Tatsache, dass ich mich für Romy entschied ist vielleicht kein Zufall, nicht nur, weil ich sie wirklich sehr schön und praktisch für den Alltag finde. Es passt rein, was man so braucht und ich kann euch versichern, dass es sogar ein unsichtbares kleines Fach für all eure großen und kleinen Geheimnisse gibt, ich habe das für euch ausprobiert.

Warum ich Gusti Leder mag?

Wisst ihr, ich mag Gusti Leder nämlich richtig gerne, nicht nur wegen der schönen Taschen, sondern auch auf Grund ihrer Philosophie. Schon länger begleitet mich eine Tasche neben Romy. Uns ist allen bewusst, wo Leder herkommt, genau deswegen ist ein verantwortungsvoller Umgang wichtig. Es wird großen Wert auf eine transparente Produktion gelegt, sowie auf Nachhaltigkeit, dennoch können die Produkte zu wirklich guten Preisen angeboten werden. Dies liegt daran, dass Gusti Leder selbst viele Aufgaben ohne Zwischenhändler übernimmt und nicht am falschen Ende spart.

Rougerepertoire Gusti Leder 1

Gewinnspiel mit Gusti Leder

Wie oben bereits einmal erwähnt, habt auch ihr die Möglichkeit zu gewinnen. Was genau?

Juliette, sehr ähnlich wie Romy, nur etwas größer von Gusti Leder.
Wenn ihr möchtet, mit Gravur.

Ihr seid mindestens 18 Jahre alt, wohnt in D-A-CH und seid im Falle eines Gewinns einverstanden, dass ich eure Adresse an Gusti Leder weitergebe? Dann hinterlasst mir bis zum 18.07.2019, 22 Uhr, einen Kommentar und folgt Gusti Leder und mir auf Instagram (schreibt mir bitte eure Instagram Namen mit in den Kommentar).

Und nun macht ihr fleißig mit und ich feiere meinen Geburtstag.
Hip hip hurra!

Tanja

[Leben] Eine Runde mitten aus dem Leben im Juni

* Affiliate Link

Und zack steckt man wieder drin, in dieser Müdigkeitsspirale, die man schon so erfolgreich ins letzte Hinterstübchen geschoben hat.
Das Baby, welches schon lange keines mehr ist, erhält offensichtlich ein Update und quatscht mir nachts eine Frikadelle ans Ohr, ob ich darauf reagiere oder nicht. Rund um den zweiten Geburtstag passiert ja auch einfach wieder eine Menge und ich erinnere mich zu gut an diese Zeit bei den Mädchen. Dies hier wird auch ganz sicher keine Ode an die Terrible Two, das spare ich mir auf.. 😉
Das Gute ist: ich weiß ganz sicher, es wird auch wieder besser.
Das Schlechte: müde bin ich dennoch.

Ein Riesenvorteil aktuell ist aber das Bombenwetter. Bleierne Müdigkeit, wenn draußen die Welt untergeht, finde ich nämlich noch viel schlimmer.
So können wir einfach viel Zeit im Garten verbringen, Melone essen und literweise frischen kalten Pfefferminztee trinken. Oder wie gestern Erdbeershake, weil alle Erdbeeren leider matschig waren (warum? Weil mir die Tüte leider vom Fahrrad gefallen ist…)

Noch ein Vorteil an diesem grandiosen Wetter: Ich kann viel besser ignorieren, dass diverse Dinge gemacht werden müssten. Aber hey, wieso eigentlich? Wir leben doch quasi eh im Garten. Also kann alles im Haus einfach warten. Wie praktisch. Das ist Prioritätensetzung on Point!

Der Löwe spielt draussen fleißig mit seinen neuen Geburtstagsgeschenken, auch draussen lassen sich Bücher hervorragend angucken und ich kann fröhlich vor mich hin vegetieren (müde Menschen wissen wovon ich spreche). Irgendwann landen wir alle, insbesondere die Mädchen, sowieso im Pool (klingt bedeutend spannender als Planschbecken), zusammen mit dem Flamingo*. Und mindestens ein Kind läuft nass ins Haus. Ihr versteht also den Zusammenhang. Prioritätensetzung eben!

Weil das super ist, machen wir das heute einfach wieder. Und manchmal, vielleicht ganz manchmal drehen alle ein Bisschen durch. Aber das gehört ja irgendwie mit dazu. 

Alles Liebe, Tanja 

“Nicht weg und nicht da” von Anne Freytag und meine Gedanken zum Thema Suizid

Achtung, Triggergefahr

“Als wäre Tageslicht das Kryptonit der Ängste. Doch in der Dunkelheit lauert dann alles, was man verdrängt. Es wird wach, wenn man müde wird.” (Seite 135)

Spätestens ab diesem Satz hatte Anne Freytag mich. Ich habe vor einigen Wochen “Nicht weg und nicht da” gelesen, ein Buch (Affiliate Link), wo ich sehr lange überlegt habe ,ob ich es überhaupt lesen kann und möchte. Nicht, weil es mir zu dick wäre, mit seinen 480 Seiten, sondern auf Grund der Thematik.
Ein Jugendbuch mit schwerer Kost, mit so wichtigen guten Worten geschrieben, dass es alle Menschen lesen sollten, die auch nur annähernd in die Thematik involviert sind.

Wer schon länger hier liest, der weiß, dass ich bereits einmal das Thema Suizid thematisiert habe. Jetzt ist es wieder an der Zeit, weil ich nach wie vor das Gefühl habe, es ist ein Tabuthema. Aber warum? Doch dazu später mehr.

Rougerepertoire Suizid Nicht weg und nicht da Anne Freytag

Worum geht es in “Nicht weg und nicht da”?

(Achtung, ab jetzt enthält der Text mit Sicherheit Spoiler)

Luises Bruder sprang aus dem Badezimmerfenster und nahm sich auf diese Art und Weise das Leben. Ab diesem Punkt war Luise nicht mehr der Schatten der Familie, der Schatten neben ihrem bekannt depressiven Bruder, sondern nun war nur noch sie da. Die Stelle auf der Straße, wo er aufgekommen ist, die kann sie nicht betreten. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt, sowohl von Luise, aber auch von Jacob. Jacob wohnt über der Praxis, in der Luise eine Therapie macht. Ihre Beziehung zueinander, die lange keine Liebesbeziehung war, aber dennoch geprägt von Wertschätzung, Verständnis und Fürsorge ist, wird von Beiden mit ganz ehrlichen, berührenden Worten beschrieben, ohne dass die eigentliche Geschichte in den Hintergrund rückt. (“Dieser Moment ist mehr als nur Vertrauen. Es ist wie ein Einrasten. Als würden wir so gehören. Als wären wir richtig.” (Seite 284) “Was ihr das bedeutet weiß ich nicht. Mir bedeutet es alles.” (Seite 317))

Die Beziehung zu ihrer Freundin Ming verändert sich sehr, weil Ming nicht weiß, wie sie mit Luise umgehen soll. Sie hat das Gefühl nur noch dafür angesehen zu werden, was ihr passiert ist, bzw. was ihr Bruder getan hat.
Luises Bruder hat alles ganz genau geplant und um Luise den Abschied zu erleichtern, hat er Emails vorbereitet und in die Zukunft geschickt, so dass Luise sie nach und nach erhält, mit Aufgaben, die es zu lösen gilt.
Die schwierige Mutter-Tochter Beziehung findet auch ihren Platz. Es wurde nie dramatisiert oder auf die Tränendrüse gedrückt, was mir sehr imponierte.

Der Umgang von Angehörigen ist sehr unterschiedlich

“Als wäre Tageslicht das Kryptonit der Ängste. Doch in der Dunkelheit lauert dann alles, was man verdrängt. Es wird wach, wenn man müde wird.” (Seite 135) Dieses Zitat, welches ich eingangs bereits aufgeschrieben habe, hat Gedanken von mir ausformuliert. Genauso ging es mir, was zum Glück nun schon viele Jahre zurückliegt. Denn genauso habe ich mich gefühlt, etwa ein Jahr lang.  Lange habe ich keine Dunkelheit ertragen, weil dann die Gedanken nach diesem Verlust zu laut wurden. Ebenso spiegelt es wieder, was ich auch erlebte, dass Menschen plötzlich nicht mehr wissen, wie sie mit mir umgehen sollen, dass um jeden Preis versucht wird aus Unsicherheit das Thema zu vermeiden.

Kürzlich, nachdem ich das Buch gelesen habe,  stellte ich mir die Frage, wie es wohl anderen “Betroffenen” geht und fragte vorsichtig bei Instagram in den Stories nach, ob jemand bereits Berühungspunkte mit dem Thema Suizid hatte und sich bei mir melden würde. Mein Postfach platzte innerhalb kurzer Zeit, was mich irgendwie kurzzeitig überforderte und zugleich sehr schlucken ließ. Ich wollte Antworten haben, wie es Anderen erging, ob sie alleine zurechtkamen, oder eine Therapie machten. Ob sie das Gefühl haben, Suizid sei ein Tabuthema. Hier soll es nicht darum gehen, dass ich euch eine wissenschaftliche Auswertung biete, sondern es geht um einen Einblick.

“Aber Schmerz ist geduldig. Genauso wie Wut . Und Vermissen. Und Einsamkeit. Sie warten einfach.” (Seite 174)

“Denk immer dran Lise, man ist immer nur eine Entscheidung von einem völlig anderen Leben entfernt.” (Seite 220)

Suizid darf kein Tabuthema sein!

Das Buch hat mich noch einmal auf eine andere Art und Weise zum Nachdenken gebracht. Es wurden Phrasen aufgegriffen, die auch ich sehr gut kenne, weil die Menschen es nicht wagen, das Wort Suizid in den Mund zu nehmen. Doch nur weil man es nicht ausspricht, bedeutet es nicht, dass es nicht existiert. Und manchmal frage ich mich, ob sie nicht wissen, dass man selbst nicht die Person ist, die sich dafür entschieden hat. Nur, weil man selbst der Mensch ist, neben vielen anderen, der damit zurechtkommen muss, ist es doch falsch, dass man nicht darüber redet, nur um anschließend nicht anders wahrgenommen zu werden, oder nicht? Eure Meinungen und Erfahrungen waren dahingehend sehr unterschiedlich. Vielleicht liegt es daran, wer die Person war, die sich für den Freitod entschied, oder auch wie gestärkt der engste Kreis ist? Natürlich ist das kein Thema, mit dem man hausieren geht: “Schaut her, was mir passiert ist”. Doch sollte es nicht möglich sein, darüber sprechen zu können. Zu Mal ich behaupten würde, dass niemand einfach so zusammenhanglos davon anfangen wird, alleine schon um sich selbst zu schützen.

Vielleicht reißt es eigene Schutzmauern ein,
die man mit aller Kraft aufrecht erhalten möchte?

Der Tod gehört zwar zum Leben dazu, doch schlussendlich wird er mit der Beerdigung der Person begraben und es wird nicht mehr darüber gesprochen. Doch warum? Die Gegenfrage könnte lauten, warum sollte man darüber sprechen? Ich würde sagen, weil es zum Leben dazugehört. Alles hat einen Anfang, genauso wie ein Ende, auch wenn das Ende niemand sehen möchte.

Eure Antworten haben mir wieder einmal gezeigt, dass es kein Schema F gibt. Das jeder anders mit dem Verlust umgeht. Für die Einen kam er plötzlich, Andere wussten bereits von bekannten Depressionen. Bei wieder Anderen war es nicht der erste Suizidversuch und bei manchen blieb es “nur” beim Versuch der Angehörigen. Und auch damit muss man zurecht kommen, um nicht in ständiger Angst zu leben. Therapien haben von denen, die mir Antworten gaben ca. die Hälfte gemacht, sowie auch ca. eine Hälfte der Meinung ist, sie finden es ist kein Tabuthema.

Ich finde es zählt, dass man merkt: du bist nicht alleine damit. Das wird mir wieder einmal mehr bewusst, nachdem ich dieses sensible Thema in die Runde warf und bei Instagram auf wenigstens 3 Antworten hoffte. Das es weit über 70 sein würden, ich sogar irgendwann meine Frage löschen müsste, weil ich sonst nicht hinterherkommen würde, damit habe ich nie im Leben gerechnet und es waren nur die Menschen, die bereit waren, sich mir anzuvertrauen. Danke noch einmal an dieser Stelle!

Ein weiterer Artikel ist in Planung, doch fürs Erste soll es das an dieser Stelle sein.

Alles Liebe,
Tanja

[Leben] Hinterlasst Fußspuren, auch wenn sie noch so klein sind – Nachhaltigkeit im Alltag

enthält Affiliate Links *

Jeder von uns hinterlässt Fußspuren. Manche sind besonders grün, manche sind weniger grün. Ich bewege mich irgendwo zwischen Anfang und Mitte, wenn ich genauer darüber nachdenke. Was mir aber auffällt, dass es immer mehr Menschen gibt, die versuchen gute Fußspuren zu hinterlassen. Neulich beim Einkaufen nahm eine Frau ihre Brottüte vom vermutlich letzten Mal noch einmal mit und nutzte sie wieder. Mir fiel es positiv auf, auch wenn es nur ein kleiner Eindruck aus ihrem Leben war. Wer weiß schon, wie sie sonst lebt und was sie verbessern könnte. Aber sie hat in dem Moment etwas Positives getan.

Online beobachte ich egal bei welchem Thema, dass stets gilt: ganz oder gar nicht. Es muss irgendwie extrem sein und das mag ich nicht. In keinem Bereich. Deswegen hielt sich meine Lust, zu diesem Thema etwas zu schreiben, sehr in Grenzen. Jedoch finde ich die Bewegung gut, sehr gut sogar. Wisst ihr, es ist für manche Menschen vielleicht auch ein Anfang Obst nur so zu kaufen, wie es die Natur gemacht hat und nicht geschält verpackt in Plastik, um es überspitzt darzustellen. Wenn jeder bewusster lebt, kann er schon etwas bewirken, ohne dass mit dem Finger auf ihn gezeigt wird, weil es noch nicht genug ist. Saisonales Obst und Gemüse sind ein prima Anfang. Und mal ehrlich: die Sachen schmecken auch einfach besser, wenn ihre Zeit gekommen ist. Und wer braucht im Winter schon Wassermelonen?

Buchtipps für Familien und Kinder

Es gibt aber auch einige Bücher, so dass man das Thema Nachhaltigkeit und Umwelt auch sehr gut gemeinsam mit Kindern besprechen kann, um es vielleicht besser zu veranschaulichen. Die Wieso? Weshalb? Warum?* Reihe hält auch hierzu ein Buch bereit. Oder wie wäre es mit den Klimahelden*? Ein Buch welches eher für Eltern spannend ist, um sich überhaupt etwas mehr einzulesen, ist das neue Werk* von Susanne Mierau.

Nachhaltigkeit Familie Kinder Rougerepertoire

Kinder ahmen nach, was man ihnen vorlebt, egal in welchem Bereich. Sie vertrauen uns, dass wir das was wir machen tun, weil es eben gut ist. Somit ist Vorleben etwas, was simpel ist und wunderbar klappt. Ich gehe häufig mittags mit dem Jüngsten und der Grossen einkaufen, bevor wir die Kita ansteuern. Von Mal zu Mal sehe ich, was sich bei ihr tut, wie sich ihr Blick verändert. Warum sind da Plastiktüten, wenn es doch Papiertüten für Obst gibt, fragte sie bereits vor längerer Zeit. Der nächste Schritt werden Obstnetze sein. Aber wir sind noch nicht da angekommen, wo ich hin möchte. Jedoch macht das nichts. Es muss auch alles in den Alltag passen. Auf meiner Liste stehen noch viele Dinge, ich gerne angehen möchte. Aber es hilft nur Schritt für Schritt, damit es auch in einen trubeligen Alltag mit Kids integriert werden kann.  

Diese drei Punkte hier möchte ich als Nächstes angehen und auch mit den Kindern besprechen. Denn das sind alles Dinge, die sie nachvollziehen können, zumindest meine zwei Großen, um vielleicht auch selber eine kleine Verantwortung übernehmen zu können.

  • weg von den Quetschies oder aber selbst welche herstellen (für den Kleinen)
  • Obstnetze einführen (bei mir scheitert es daran, sie auch immer dabei zu haben)
  • morgens bereits Snacks für den Rückweg mit den Kids einpacken, um nicht in Versuchung zu geraten, etwas beim Bäcker zu kaufen (5 Minuten länger liegen bleiben ist eben verlockend)

Urlaube und Alltag

Die täglichen Fahrten muss ich mit dem Auto bestreiten. Mit dem Bus wären wir deutlich zu lange unterwegs. Aber wenn das letzte Kind zur Betreuung gebracht wurde, dann bleibt das Auto stehen und ich greife auf ein Fahrrad oder den Bus zurück.

Fernreisen oder Kreuzfahrten sind nichts was mich anspricht und ich bin bisher selten geflogen. Das habe ich bereits so vorgelebt bekommen und das ist auch das, was ich den Kindern mit auf den Weg geben möchte. Sie können die Welt erkunden, jedoch bin ich der Meinung, dass sie nicht mit 5 Jahren einmal um die Welt gereist sein müssen, sondern dies wenn dann in vollem Bewusstsein tun sollten.
Und da wir hier im Internet sind, auch hier der Disclaimer: das ist meine Meinung und damit werte ich nicht, was andere Menschen tun.

Beauty und Kleidung

Wo ich fernab von den Kindern schauen möchte, dass sich für mich persönlich etwas ändert, ist im Badezimmer. Die Klassiker, wie Wattepads und Plastikverpackungen. Aber auch das werde ich langsam angehen und zuerst meine Wattepads aufbrauchen. Da muss ich mich aber noch nach einer guten Alternative umsehen. Habt ihr da einen Tipp?
Genauso möchte ich mich nach einer neuen Pflege umsehen, wenn meine Produkte aufgebraucht sind, was bald der Fall sein wird.

Schlussendlich verhält es sich natürlich auch mit Fast Fashion so. Also lieber weniger und dafür fair produziert. Doch auch das ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen einsetzt. Und das Argument, da würde man nichts Schönes finden, das zählt heute nicht mehr. Denn es gibt so viele Labels, denen man alles, aber kein staubiges Image anhängen kann. Ein schönes faires Kinderlabel habe ich hier erst vorgestellt.

Jeder Schritt ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Wichtig ist es anzufangen.

Was macht ihr bereits?
Thematisiert ihr das mit euren Kindern?

Alles Liebe,
Tanja

[Leben] Warum meine Tochter den Muttertag ziemlich cool findet und was hat eigentlich Fleurop damit zu tun?

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Am 12.05.2019 ist Muttertag. Als mich vor einiger Zeit mein großes Mädchen fragte, warum es diesen Tag gibt, weil sie irgendwo etwas darüber gelesen hatte, ging ich sehr kritisch mit ihm ins Gericht. Mir persönlich ist dieser Tag tatsächlich nicht wichtig, weil ich mir nicht nur an einem Tag im Jahr Wertschätzung wünsche. Sie findet es aber eine schöne Idee und möchte mir gerne etwas Basteln. Tatsächlich unterhielten wir uns recht lange darüber.

Unser Gespräch fasste sie zusammen, indem sie sagte:

“Weißt du eigentlich wie cool das ist, Mama? Du hast quasi an zwei Tagen im Jahr Geburtstag. Einmal, wo du geboren bist und einmal, weil du Mama bist. Durch mich. Du darfst also zwei Mal feiern. Und ich kann ja eigentlich mitfeiern, oder? Denn ohne mich wärst du nicht Mama.”

Dann fing ich an darüber nachzudenken, über ihre Sicht der Dinge. Und fand diesen Gedanken doch ziemlich schön. Kinder bauen sich eben manchmal eine Welt aus Luftschlössern, oder anders gesagt: sie verkomplizieren nicht alles. Sie nehmen Dinge anders wahr.

Es ist nicht immer leicht als Mama, ebenso wenig als Tochter

Doch als Mutter-Tochter Gespann ist es nicht immer einfach. Das sage ich aus der Perspektive des Kindes, aber auch als Mama selbst. Reibereien gehören aber zum Leben dazu, auch wenn ich sie nicht mag. Aber wer mag das schon? Ohne wäre es sicher aber auch langweilig. Wir sagen uns oft zwischendurch danke, sowohl meine Mama mir, als auch ich ihr, so wie meine Kinder zu mir und ich zu ihnen. Wertschätzung eben. Also ist doch eigentlich das da, was ich anfangs kritisiert habe. Warum dann nicht an einem speziellen Tag erneut danke sagen? Ob am 11.05, 12.05 oder 13.05.? Das ist doch eine reine Kopfsache und wie das große Kind so schön sagte: Feiern kann man immer! Wo sie Recht hat, hat sie Recht.

Warum also nicht doch Muttertags-Blumen verschenken?

Eine super Anlaufstelle ist der Fleurop Blumenversand. Er arbeitet mit Floristen vor Ort zusammen, so dass der Beschenkte einen frisch gebundenen Strauß erhält. Ich finde es eine tolle Wahl, welche ich schon einige Male genutzt habe, nicht wahr Mama? 😉 So ist das nun einmal, wenn nicht alle Lieben nah beieinander wohnen. Meine Wahl war es stets, da Fleurop der einzige Blumenversand ist, der garantiert, dass die Blumen zm Muttertag sogar am Sonntag zugestellt werden.

Mit Rouge10 erhaltet ihr 10% Rabatt auf Blumen eurer Wahl!
(gültig bis 12.05.2019)

Ich höre zwar jedes Mal das Gleiche, was ungefähr so klingt: “Du sollst das doch nicht. Aber ja, die Blumen sind wirklich schön und ich habe mich sehr gefreut.” Und das ist doch das was zählt!

Und da ich weiß, dass meine Mama diesen Blog liest, gibt es nun direkt ein paar Zeilen für sie. Also Mama, ich kenne dich, leg dir schon einmal ein Taschentuch bereit.

Liebe Mama!

Ich weiß sehr gut, dass es nicht immer alles so einfach mit mir ist und du mit mir schon viele Höhen, aber eben auch Tiefen durchschritten hast. Obwohl du meistens vorausschauender warst, hast du mir stets das Gefühl gegeben, ich halte die Fäden selbst in der Hand. Rückblickend gibt es so viele Situationen, bei denen ich mir nicht im Ansatz vorstellen kann, dass meine Kinder diese Freiheiten ebenso haben werden. Aber zum Glück wächst man ja mit ihnen, so wie du es wahrscheinlich auch mit mir bist.

Manchmal ist es schwierig mit uns. Wie das so ist, mit zwei Dickköpfen. Dann haben wir unterschiedliche Ansichten oder Vorstellungen oder du fühlst dich ausgeschlossen, wenn ich mich mit Papa “verbünde”, wie du gerne mal sagst. Aber das Schöne ist, dass wir Beide wissen, dass all das nie ein großes Problem darstellt, weil wir immer über alles reden können. Das ist das was zählt. Auch wenn wir uns über den anderen ärgern können.

Ich weiß, du hast immer ein offenes Ohr, genauso wie ich für dich. Wir machen das schon ziemlich gut, manchmal besser und manchmal schlechter. Aber wir sind immer wir: Mama und Tochter.

Danke, dass es dich gibt!

Als ich mich nun mehr mit diesem Thema befasst habe, ist mir aber etwas aufgefallen, was mir nicht gefällt:

Mutter, die: Frau, die ein oder mehrere Kinder geboren hat

(Quelle: Duden.de)

Rein biologisch betrachtet kann ich dieser Definition nicht widersprechen. Aber macht alleine das eine Mutter aus? Gehört da nicht noch viel mehr zu? Nicht jede biologische Mutter ist auch gleichzeitig die Person, die den Weg fürs Kind ebnen kann. Da gibt es die unterschiedlichsten Gründe und ich möchte das auch nicht werten. Aber gibt es nicht auch Frauen im Leben von Kindern, sei es klein oder groß, die es genauso verdient haben, an Muttertag bedacht zu werden? Die, die die Rolle oder besser gesagt, den Stellenwert einer Mutter eingenommen haben, ob eine Freundin der Familie, Verwandte oder gar die Oma? Es gibt die unterschiedlichsten Konstellationen und mir ist es wichtig, da noch einmal ein Bewusstsein für zu schaffen. Also denkt beim Wort Muttertag doch einmal einen Schritt weiter. Die Welt ist bunt, genauso wie die wunderschönen Blumen!

Wer ist denn eure wichtigste Frau in eurem Leben?
Und wem würdet ihr gerne Blumen schenken?

Alles Liebe,
Tanja

[Leben] Urlaub am Meer. Reisen mit “High need” Kind

Welch reißerische Überschrift mag der ein oder andere Leser nun denken. Mir fällt leider kein passender Begriff ein, damit ich die richtigen Leser anspreche, um Mut zu machen. Denn high need bedeutet für mich schlichtweg intensiv. Alles und dazu noch mehr! So wie der kleine Löwe schon immer war. Dabei ist es hier kein Stempel, es ist einfach so, weil wir es alle genauso nehmen. Als Baby und aber auch jetzt als Kleinkind (ich thematisiere das hier nicht oft auf diesem Medium). Planen wir einen Urlaub, weiß ich sehr wohl, dass dies nicht nur Entspannung mit sich bringt. Urlauben mit Kind eben. Aber dazu kommt eben noch mehr.

High need bedeutet für mich sehr intensiv

Bereits vor dem Antritt der Reise wusste ich, dass es verschiedene Punkte gibt, die sich dort “verschlechtern”. Einer ist zum Beispiel das Thema Schlaf. Er war nie ein guter Schläfer, ganz im Gegenteil, aber dort, in fremder Umgebung schlief er selbst neben mir unglaublich unruhig. An fast allen Abenden findet man sich relativ zügig nach dem ins Bett bringen dauerhaft neben ihm wieder. Auch tagsüber ist die fremde Umgebung sehr schwierig, sogar mit seinen Bezugspersonen. Quatsch machen mit Oma und Opa war erst kurz vor der Abreise möglich, vorher waren die sehr bekannten Personen nicht “sicher” genug. Er weint noch schneller, die Frustrationstoleranz ist noch geringer. Das Nähebedürfnis ist noch ausgeprägter. Aber all das ist hauptsächlich ein Thema, wenn man “zu Hause” ist, also dort im Ferienhaus. Ich erinnere mich da an mich zurück, als ich klein war, wie ungern ich in fremden “vier Wänden” war. Warum wir das in Kauf nehmen, wenn wir es vorher wissen? Weil er nicht alleine ist, wir auch urlauben möchten und auch noch zwei weitere Kinder haben. Aber gerade weil man es vorher weiß, kann man sich sehr gut darauf einstellen und dementsprechend planen. Und was egoistisch klingt, ist alles genauso überlegt und abgewägt, dass es dennoch für alle passt.

In den Tag hineindümpeln ist schwierig, was mit den Mädchen zum Teil sicher schon ganz gut funktionieren würde, aber eine gewisse Struktur bietet nun einmal Halt. Und je mehr Halt da ist, desto besser läuft es.

Dank des guten Wetters, es waren teilweise 23 Grad, waren wir jeden Tag am Strand. Draußen waren alle Kinder in ihrem Element, so wie immer. Am Strand wurden Burgen gebaut, Muscheln gesammelt und vielleicht auch Sand gegessen, selbstverständlich tat dies nur eine kleine anwesende Person. Das Wellenrauschen hat alle entspannt. Nicht umsonst gehört es für Babys zu den “white noise” Geräuschen. Wenn es abends müde zurück ins Ferienhaus ging, war es im Haus am angenehmsten mit dem Bub. Er konnte seine Energie bereits draußen freisetzen, der Drang rastlos im Haus alles auf seine Art unter die Lupe zu nehmen war nicht mehr so groß, dafür der Hunger umso größer, um danach direkt ins Bett zu fallen.

Die Mädchen haben mit dem Opa Karten gespielt, oder waren total gern mit Oma auf Erkundungstour im Park (wir waren wieder einmal im Landal Park). Sie kennen ihren Bruder nicht anders und sind aber an so manchem Abend sicherlich nicht weniger froh, wenn er im Bett ist.

Warum ich das aber so explizit betone: Wer ein Kind hat, welches empfindsamer ist, oder eben intensiver, der wird wissen, wovon ich hier schreibe. Ich möchte aber auch einfach Mut machen, die Dinge so zu nehmen wie sie kommen. Die Große war rückblickend sehr ähnlich und da war ich sehr ängstlich, was fremde Umgebungen angeht, weil ich auch genau wusste was auf mich zukommt. Doch irgendwie konnte man nicht wirklich etwas darüber lesen. Heute kann man es, weil es Menschen gibt, die sich näher damit befassen. Mir hätte es Mut gemacht.

Niemand hat gesagt, es würde nicht anstrengend. Deswegen kann man sich aber zu Hause nicht einschließen und keine neuen Erlebnisse haben. Man kann sich aber darauf einstellen und das Kind nach besten Möglichkeiten begleiten. Nur weil das Ferienhaus anstrengend war, für ihn sicherlich genauso wie für uns, heißt es aber ja nicht, dass der Urlaub nicht schön war.
Ich finde ja, wenn man realistisch an die Sachen herangeht, dann kann man das Beste rausholen. Und ihn am Strand zu beobachten, mit den Füßen im Sand, Sandeis machend, mit den Zehenspitzen das Wasser berührend und dabei zu sehen wie glücklich er ist, das ist das was zählt. Schließlich wollten wir Urlaub am Meer machen und nicht im Ferienhaus.
Alle Mitreisenden fanden es schön und darauf kommt es an!

Alles Liebe,
Tanja

[Leben] Hast du schon ein Patenkind? Mit World Vision helfen!

 

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Habt ihr Berührungspunkte mit Hilfsorganisationen, wie zB World Vision ? Ich gestehe, ich hatte es ehrlich gesagt nicht besonders, bis das große Kind in die Schule gekommen ist. Dazu erzähle ich euch gleich mehr. Natürlich bekommt man Einiges mit, wo man sich einsetzen und spenden kann, was man alles tun kann. Doch die Auswahl ist zum Teil so groß und ob das Geld auch wirklich dort ankommt, wo es benötigt wird? Sicher bin ich nicht die Einzige, die solche Gedanken hat. Ich glaube ja, der Wille helfen zu wollen ist bei vielen Menschen da, doch es mangelt an der Umsetzung. Also habe ich mir gedacht, als sich die Möglichkeit für den Artikel bot, dass ich die Chance doch nutze, mich mehr mit dem Thema auseinander zu setzen und euch direkt mit daran teilhaben lasse. Mir war nämlich nicht klar, dass man auch selbst ein wundervolles Abenteuer erleben kann, wenn man eine Patenschaft übernimmt.

Wir werden das auf jeden Fall thematisieren und überlegen, ob wir das Projekt nicht auch angehen. Aber gemeinsam mit den Kindern.

Luxusgut Trinkwasser und warum wir zu Hause auch darüber sprechen

Doch nun noch mal zurück zum großen Mädchen. Wie es viele Schulen so handhaben, hat auch ihre Schule eine Partnerschule. Dies wird auch regelmäßig in der Klasse thematisiert, wie wenige Mittel die Kinder dort zur Verfügung haben, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass es nicht selbstverständlich ist, dass man eine Brotdose mit Frühstück dabei hat und saubere Kleidung, sowie Schulmaterialien bei sich trägt. An Weihnachten wurden kleine Päckchen gepackt und mit Dingen, die für unsere Kinder selbstverständlich sind dorthin geschickt. Wir sprechen von Bleistiften, Radiergummis und Anspitzern. Materialien, die es den Kindern dort ermöglichen schreiben zu lernen. Ich muss vermutlich nicht extra erwähnen, dass dies auch zu Hause angesprochen wurde. Unsere Große war ziemlich entrüstet, dass nicht alle Kinder dort einfach einen neuen Bleistift haben können und zum Teil auf Hilfe von Fremden angewiesen sind. Ersetzt den Bleistift durch viele unterschiedliche Dinge. Dies war nur ein Beispiel. Genauso weiß sie auch, dass sauberes Trinkwasser in manchen Gebieten dort ein Luxusgut ist und keinesfalls normal ist.

Können wir den Kindern auch außerhalb der Schule helfen Mama?

World Vision setzt sich in Asien, Lateinamerika und Afrika seit über 60 Jahren für Kinder ein. Bildung, gute medizinische Versorgung, gesunde Ernährung und sauberes Trinkwasser sind die Steckenpferde von World Vision. Das die Spenden auch wirklich da ankommen, wo sie benötigt werden, wird durch das Siegel des Deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen (DZI) kontrolliert und im Jahresbericht kann ebenso alles genau nachgelesen werden. Was eine Patenschaft bei World Vision bewirken kann? Für nur einen Euro pro Tag könnt ihr eine Kinderpatenschaft übernehmen. In erster Linie kommt das Geld eurem Patenkind zu Gute, in zweiter Linie hat auch die Familie des Kindes etwas davon und so sorgt ihr nicht nur für das Patenkind, sondern auch für weniger Sorgen der Familie. Sie erhält Schulungen für zB den Anbau von Lebensmitteln, um langfristig unabhängig zu werden. Schlussendlich hat sogar das ganze Dorf etwas davon, wenn es zur Errichtung eines Trinkbrunnens mit sauberem Wasser kommt oder die Landwirtschaft zuverlässig funktionieren kann. Ebenso profitiert die Region ebenso, wenn es zum Bau neuer Schulen kommt und so Bildung ermöglicht wird.

Ihr könnt mit eurem Patenkind und seiner Familie per Brief Kontakt aufnehmen. Doch wusstet ihr, dass es sogar die Möglichkeit gibt für ein Abenteuer für euch und euer Patenkind: Ihr könnt das Kind und seine Familie besuchen. Es gibt von World Vision organisierte Patenreisen und auf der Homepage findet man bereits Erfahrungsberichte. Dort hat Tine vom Besuch bei ihrem Patenkind berichtet. Sie hatte das Bedürfnis, nach vielen Briefen, Augustine, ihr Patenkind auch einmal kennenzulernen. Ich fand es sehr spannend, einen Einblick zu bekommen. Denn Kinder sind eben Kinder, egal wo auf dieser Welt. Ihre Bedürfnisse sind die Gleichen. Sich vor Ort alles ansehen zu können ist noch einmal etwas ganz Anderes, zu sehen, wohin das Geld kommt, wie es dem Patenkind geht, als nur mit Hilfe von Briefen.
Ebenso könnt ihr euch online im Paten-Portal anhand von Fotos und Videos auf den neusten Stand bringen, wie es eurem Patenkind geht. Alle zwei Jahre gibt es einen Bericht über die Entwicklung im Fördergebiet und jährlich erhaltet ihr ein Update über euer Patenkind und das Projekt an dem gearbeitet wird.

Und seien wir mal ehrlich. 30 Euro im Monat haben glaube ich sehr viele Menschen “übrig”. Wie schnell hat man sonst nebenher 30 Euro ausgegeben und kann ohne darüber nachdenken zu müssen sauberes Wasser trinken? Hier ein Kaffee, da etwas vom Bäcker. 2 Kugeln Eis hier, die grosse Tüte Popcorn im Kino. Vermutlich kann man eine endlose Liste führen. Aber ich denke ihr versteht, worauf ich hinaus möchte.

Ach und was ich ziemlich gut finde, sollte sich eure Lebenssituation verändern und ihr braucht das Geld doch selbst, dann reicht eine einfache Kündigung aus. Dies ist jederzeit ohne Angabe von Gründen möglich. Es besteht also absolut kein Risiko für euch.

Wäre das etwas für euch?

Alles Liebe,
Tanja

[Leben] Dankbar

Heute Vormittag ertappte ich mich bei dem Gedanken, dass ich unfassbar dankbar für die tolle Betreuung unserer Kinder bin. Nicht, dass ich das sonst nicht wäre. Doch es häuften sich in den letzten Tagen durchweg positive Situationen, die den Gedanken haben laut werden lassen. Denn selbstverständlich finde ich es nicht, dass ich bei allen drei Kindern sagen kann: sie werden nicht nur betreut, sie werden gesehen! Und das macht für mich einen wirklich großen Unterschied.

Das große Mädchen musste diese Woche täglich die Ferienbetreuung der Schule wahrnehmen, wo bei der Anmeldung nicht so ganz klar ist, ob auch ihre Freundinnen dahingehen. Ich hatte schon Sorge, als sich rausstellte, dass ihre engsten Vertrauten nicht dort sein werden, ob sie wirklich gern hingehen würde. Doch es fügte sich. Ein Mädchen, von dem sie gerne mal erzählt hat, ging genauso wie sie diese Woche dorthin und sie verstanden sich scheinbar prima. Denn beim Abholen gab es jeden Tag große Diskussionen, ob sie nicht noch länger bleiben dürfte. Gestern kam dann ungefragt ihre Bezugbetreuerin auf mich zu und plauderte ein wenig drauf los. Sie hatte das Bedürfnis mir etwas über mein Kind zu berichten, wollte mich aus ihrer Perspektive an dem Alltag dort teilhaben lassen. Ich finde es wirklich toll, was sie für einen Blick auf die Kinder hat und wie sie ihnen vertraut. Außerdem mag ich es sehr, dass gerade die Pädagogen/Betreuer in ihrer Gruppe doch sehr Montessori geleitet agieren.

Nachmittags stand dann das jährliche Entwicklungsgespräch in der Kita der Kleinen Motte an. Und auch dort war ich wieder einmal sehr dankbar. Dankbar dafür, dass sie genau das sehen, was auch ich sehe. Ein Kind, was anfängt die Flügel auszubreiten und nicht stolzer sein könnte, mit dem Wissen nach den Sommerferien endlich ein Vorschulkind zu sein. Sie schaffen es, meinen Blickwinkel auch noch einmal zu verändern und kommen gar nicht dazu, etwas negativ zu formulieren. Seit vielen Jahren gehe ich in dieser Kita ein und aus und weiß ganz sicher, dass ich gehen kann und mein Kind stets aufgefangen wird. Denn an so manchem Morgen fällt die Trennung schwer. Auch nach 2 Jahren. Und ich weiß, dass sie egal von welchem Erzieher ernst genommen wird und keine Floskeln kommen, sondern der Moment aufgegriffen wird.

Rougerepertoire Dankbar

Ja und dann gibt es da noch unsere Tagesmutter. Und ich mag noch gar nicht an den Abschied im Sommer denken, wenn der kleine Löwe in die Kita kommt. Ja ja, ich weiß, was ich im Absatz zuvor geschrieben habe, doch sie wird mir fehlen. Auch wir kennen uns jetzt seit einigen Jahren und auch bei ihr weiß ich, dass Gefühle stets ernst genommen werden und es keine Aufbewahrungsstätte ist. Wenn unser Klammeräffchen sie sieht, strahlt er über beide Wangen. Auch sie arbeitet nach dem Prinzip “hilf mir es selbst zu tun”. Manche Menschen sind eben viel mehr, als in diesem Fall die Tagesmutter. Sie werden Freunde.

Warum ich dankbar bin?

Wieso ich nun all das schreibe? Obwohl ich ankündigte die Kids weniger zu thematisieren? Ganz einfach: weil es mich betrifft und so sehr in meinem Handeln im Alltag beeinflusst.

Wir können nur ruhigen Gewissens unserer Arbeit nachgehen, wenn wir nicht in Gedanken bei den Kindern sind, ob es ihnen wohl gut geht, ob man ihnen auf Augenhöhe begegnet und ob sie Kind sein dürfen. Während der Schulzeit ist es natürlich noch einmal etwas Anderes, wobei wir uns auch da sehr glücklich schätzen können. Nur dadurch, dass wir an Menschen geraten sind, die ihren Beruf mögen und genau das weiter transportieren, können auch wir das tun. Und das erfüllt mich wirklich mit Dankbarkeit. Für unsere Tagesmutter gab es heute genau deswegen erst mal einen Strauß Blumen. Einfach so. Nicht weil Ostern vor der Türe steht, sondern einfach um danke zu sagen und ich meinen Gedanken aufgegriffen habe. Das sollte man nämlich viel häufiger machen. Für die Kita und die Nachmittagsbetreuung werd ich mir auch noch etwas einfallen lassen. Vielleicht bringen wir einfach ein Bisschen Meerluft und ein paar Muscheln mit. Es ist auch schlussendlich egal, wichtig ist es doch bloß die Wertschätzung rüberzubringen.

Also, sagt doch einfach mal danke! Das macht nämlich glücklich.

Alles Liebe und schöne Ostern,
Tanja