[Leben] Ein krankes Kind begleiten

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Hat man ein krankes Kind zu Hause, ändert sich abrupt alles. Die Alltagsroutine fällt weg, es geht nur noch um die Bedürfnisse des kleinen Patienten. Nichts Anderes steht mehr im Fokus. Ist man selbst krank, weiß man genau was einem gut tut. Ob das so umsetzbar ist, wenn man schon Kinder hat, das sei nun mal dahingestellt, aber man muss keine Rätsel lösen.

Hier bei uns zu Hause sehe ich ganz gut, wobei das vermutlich auch wieder Typabhängig ist, wie es ist, ein krankes Kind daheim zu haben was 6 Jahre alt ist, oder eben 8 Monate. Die Große möchte sich hinlegen, hört Hörspiele*, möchte zwischendurch mal in den Arm genommen werden, aber am Liebsten einfach Ruhe haben. Sie kann mir sagen, wenn sie Schmerzen hat und ob sie die Nase putzen muss. Sie kann mir sagen, wenn sie einfach keinen Appetit hat oder evtl. doch einen kleinen Hunger verspürt. Das macht es einfacher, sie zu begleiten, wenn sie nun einmal krank zu Hause ist.

Bei einem Baby sieht das anders aus und es kostet deutlich mehr Energie, all den Bedürfnissen nachzukommen. Wie es mit einem kranken Baby zu Hause ist, wissen wir tatsächlich er jetzt, beim dritten Kind. Die Mädchen waren als Baby nicht krank, maximal ein leichter Schnupfen. Unser kleiner Mann kann uns nicht sagen, ob er Gliederschmerzen hat, ihm sein Husten wehtut oder ab welcher Temperatur er das Fieber nur sehr schlecht aushalten kann. All das und noch viel mehr müssen wir sehen, versuchen zu erkennen und dementsprechend handeln. Er ist sowieso ein Tragebaby und in solchen Zeiten braucht er konsequent Körpernähe, sei es durch das Tragetuch* oder die Trage*.

Geduld und Durchhaltevermögen

Ein krankes Kind zu begleiten, unabhängig vom Alter, erfordert vor allen Dingen eines: Fingerspitzengefühl und viel, sehr viel Geduld und Durchhaltevermögen. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber es ist natürlich nicht schön, sein Baby/Kind krank zu sehen. Und je schutzbedürftiger und kleiner es ist, umso schwerer fällt es mir auch den Zustand auszuhalten und anzunehmen. Dieses Gefühl kennt wohl jedes Elternteil, das man es dem Kind am Liebsten abnehmen würde, weil man sich einfach Sorgen macht. Also kann man nur alles andere in seiner Macht stehende tun, links und rechts alles liegen lassen und Tag und Nacht sein Baby halten und wiegen, wenn es das braucht. Sind aber Geschwisterkinder da, die tagsüber auch die volle Aufmerksamkeit einfordern, kann man schnell an seine Grenzen stoßen. Erstaunlich finde ich hier wieder, was für Energien der Körper freisetzt, weil es einfach nicht anders geht.

Inseln schaffen

Was ich jetzt wieder gesehen habe, was wichtig ist, ist dennoch zu versuchen sich kleine Inseln zu schaffen. Und wenn es nur die 5 Minuten Dusche ist. Abends habe ich mir mit Kopfhörern dennoch eine Folge von einer meiner Lieblingsserien angesehen, während er auf mir lag und schlief. Ein krankes Kind zu begleiten fordert einen nun einmal sehr stark, wenn man sich darüber komplett vergisst, ist Niemandem geholfen. Und so kann man zumindest einmal kurz abschalten und hat dabei einen tollen Kuschelpartner.

Und nun bin ich mehr als bereit für den Frühling. Ihr auch?

Alles Liebe,
Tanja

 

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One comment

    Gute Besserung an den Kleinen!! ????
    Ich kann das so gut nachvollziehen. Meine Kleine (letzten Freitag 1 Jahr) hat letzte Woche erst eine Nacht durchgespuckt, dann Fieber und einen viralen Infekt und zu guter letzt noch eine Blasenentzündung, die mit AB behandelt werden musste. Dazu fast dehydriert, da sie nichts angerührt hat. Und das am 1. Geburtstag.
    Als es ihr gerade besser ging, hatte ich dann Magen-Darm. Und daneben noch eine Vierjährige, die sich bei all der Aufmerksamkeit für die kleine Schwester und kranker Mama vernachlässigt fühlt. Mir reicht es jetzt auch mit Winter und Viren. ????
    Alles Gute euch und gute Nerven weiterhin!

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