[Leben] Drei Kinder – drei Geburten, jede Geburt auf ihre eigene Art und Weise anders.

Ich habe in 6 Jahren drei Kinder geboren. Drei Mal spontan, drei Mal mit PDA und drei Mal war es ganz unterschiedlich. Ich habe gelernt, dass alles rund um die Geburt irgendwie ein Wettkampf ist. Dabei wollen wir doch alle nur das Gleiche: ein gesundes Kind.

Akzeptanz – jede Mutter möchte eine schöne Geburt erleben

Ich möchte vorweg sagen, dass dies ein Thema ist, was schlussendlich nur jeder für sich behandeln kann. Das Thema Geburt ist so groß und vielfältig, dass genügend Raum für viele Meinungen da ist. Wichtig ist hier aber, dass die Akzeptanz von allen Seiten da ist. Für mich ist nichts ferner, als zB in einem Geburtshaus oder zu Hause zu entbinden. Vielleicht, weil immer Sorgen in meinen Schwangerschaften mitschwangen, vielleicht aber auch, weil ich das nicht für mich und mein Kind verantworten wollte, wenn es am Ende doch schnell gehen sollte.  Aber ich gehe davon aus, dass jemand der diese Entscheidung trifft, das bei vollem Verstand und Bewusstsein tut und womöglich nicht im Hinterkopf hat, dass eben das Baby auch früher kommen kann, weil sich diese werdende Mutter, im Gegensatz zu mir, keine Sorgen darum machen musste. Denn niemand möchte doch absichtlich so entbinden, dass irgendwer zu Schaden kommt. Und das ist der springende Punkt. Jede Mutter möchte das Beste für ihr Kind und sich.

Der eigene Weg? Jede Mutter muss ihren finden.
Das ist meiner:

Für mich stand immer fest, dass ich nur dort entbinde, wo eine Kinderklinik angeschlossen ist, damit ich im Zweifel nicht allzu weit von meinem Baby entfernt bin. Jedoch bedeutet es nicht, nur weil man sich für die Geburt im Krankenhaus entscheidet, dass es kein Risiko gibt. Eine 100%ige Sicherheit kann einem kein Ort bieten. Bei meinen drei Kindern sah es so aus, dass die Schwangerschaft nicht 40 Wochen dauern würde (Cervixinsuffizienz), so dass es mir besonders wichtig war, uns Beide gut versorgt zu wissen. Bei unserem Sohn trat das ein, was ich in allen drei Schwangerschaften befürchtete und er war so früh, dass er auf der Intensivstation versorgt werden musste.

Eine natürliche Geburt – was ist das überhaupt?
Doch sicherlich kein Wettkampf!

Das, was als natürlich betitelt wird, wird zum Wettkampf. Statt höher, schneller, weiter können wir hier einsetzen: ambulant, nicht ambulant, mit PDA, ohne PDA, spontan oder per Kaiserschnitt, in drei Stunden, oder in 36 Stunden. Jede Frau versucht sich auf die Geburt vorzubereiten, damit ihr Kind gesund geboren wird. Dazu hat jede werdende Mutter das Recht, den Weg zu gehen, wenn nichts Medizinisches dagegen spricht, den sie gehen möchte. Und das was die eine Frau als Trauma nach der Geburt empfindet, mag für eine andere frisch entbundene Mama nichts Schlimmes sein. Ich würde mir wünschen, dass man sich nicht gegenseitig abspricht, was einem widerfahren ist. Jeder Mensch hat seine eigene Toleranzgrenze. Wenn euch eine Frau etwas von ihrer Geburt berichtet, dann ist das etwas sehr Sensibles und sollte nicht bewertet werden. Sätze wie “ach komm, das klingt doch nicht so schlimm”, können weh tun und sind vollkommen fehl am Platze. Ich kann z.B. überhaupt nicht beurteilen wie es ist lange in den Wehen zu liegen. Aber ich kann sagen, dass mir die 7 Stunden bei meiner grossen Tochter lieber waren, als die rasanten 1 3/4 Stunden bei meiner kleinen Tochter nach Einleitung Dank Blasensprung. Denn bei ihr konnte ich kaum realisieren, was da eigentlich gerade passiert ist. Und das ist der Punkt an dem ich mir wünsche, dass mir eine Frau, die lange Zeit in den Wehen gelegen hat, nicht sagt, warum es für sie aber dennoch schwerer war. Ein Austausch kann stattfinden, aber hier sollte sich keiner über den Anderen stellen.

PDA – meine grosse Hilfe

Für mich stand von Anfang an fest, dass ich gerne mit PDA entbinden möchte. Ich bin wahnsinnig schmerzempfindlich und so sehr es mir auch davor grauste, die Nadel gesetzt zu bekommen, so sehr wollte ich diese Schmerzlinderung für mich, auch wenn mir die Nebenwirkungen durchaus bewusst waren. Man riet mir nach meiner großen Tochter bei weiteren Geburten auch dazu, auf Grund dessen, dass sich meine Plazenta schlecht löste, trotz sämtlichen Mittelchen. Da es sehr gefährlich werden kann, wenn Teile der Plazenta im Bauch bleiben, musste man da leider noch nach schauen. Ohne PDA wäre dies ein Fall für den OP gewesen, denn sonst ist eine Ausschabung zu schmerzhaft. Mit PDA konnte ich mit meiner Tochter kuscheln und bekam von dem Ganzen Prozedere mehr oder weniger nichts mit. Tatsächlich behielt der Oberarzt, der mir damals für künftige Geburten dazu riet Recht. Auch bei meiner kleinen Tochter und meinem Sohn hat sich das Legen der Peridualanästhesie nicht nur für die Geburt gelohnt.

So viele Frauen schimpfen über die Situation im Krankenhaus, weil sie schon schlechte Erfahrungen gemacht haben. Das tut mir immer wieder leid, wenn ich davon hören. Ich habe gesehen, wie voll bei allen drei Kindern der Kreißsaal war und wie wenig Hebammen vor Ort waren, jedoch hat man mich das nie spüren lassen. Stets war ich gut versorgt, hatte die Hebamme bei mir, wenn ich sie brauchte. Es ist mir ein Rätsel, wie sie das gelöst haben, aber sie haben Wunder vollbracht. Ich habe mich zu jeder Zeit dort sehr gut aufgehoben gefühlt, was wahnsinnig wichtig ist und kann die Negativerfahrungen nicht teilen. Dennoch bedeutet das nicht, dass die Hebammensituation in Krankenhäusern gut ist. Aber das ist ein anderes Thema.

Ich hoffe sehr, es fühlt sich niemand angegriffen und meine Botschaft kommt an. Das Thema Kaiserschnitt habe ich hier sehr weit ausgeklammert, da ich keines meiner Kinder so auf die Welt brachte und dazu einfach nichts sagen kann. Das überlasse ich anderen Frauen, die dadurch ein Baby im Arm halten dürfen.

Auf unsere Kinder und das was wir vollbracht haben.
Alles Liebe,
Tanja

 

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3 comments

    Mir persönlich fällt es immer sehr schwer übehaupt diesen ganzen Hype um das wie und wo bekomme ich mein Kind nach zu empfinden. Teilweise, sehe ich es als Luxusproblem. Für mich persönlich zählte in erster Linie nur, nach einer komplizierten Schwangerschaft und einem langen Kinderwunsch überhaupt ein lebendes gesundes Kind zur Welt zu bringen, egal wie! Viele Mütter in meinem Umkreis sollten meiner Meinung nach demütiger sein und sich bewusst machen, was für ein Wunder es überhaupt ist ein Kind zu bekommen.

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