[Leben] Trotz beim Kind? Oder eigene Ungeduld?

Der 2. Geburtstag von der Kleinen liegt nun schon über einen Monat hinter uns. Erinnere ich mich an den 2. Geburtstag von der Großen zurück, bzw an das Jahr danach, erinnere ich mich an die vielen Herausforderungen. Aber was genau macht es eigentlich zu diesem besonderen “Terrible Two” Alter? Und sind es wirklich die Kids die dann so “anstrengend” sind oder ist es mangelnde Flexibilität von uns Eltern? Oder Beides?

Situationen die Trotz mit sich bringen können?

Achtung, Ironie schwingt mit. Aber auch ganz viel Wahrheit, oder?

  • Wir wollen nichts langsamer machen, weil das Kind beim Laufen sonst jeden Grashalm erkundet, so viel Zeit haben wir im straffen Tagesplan einfach nicht. 
  • Wir wollen aber erzählen, wann unser Kind schon laufen konnte, wie fix es damit ist. Somit möchte es auch viel alleine auf den eigenen Füßen erkunden.
  • Wir wollen nicht unnötig lange warten, da wir doch flott los müssen und das Kind so lange braucht, wenn es sich allein die Schuhe anziehen möchte. 
  • Wir wollen unsere Kinder so erziehen, dass sie selbstständig werden.
  • Wir wollen nicht, das verneint wird, was wir fordern. Schließlich meinen wir es doch nur gut mit ihnen.
  • Wir wollen, dass sie lernen auch nein zu sagen und sie ihre eigene Meinung äußern können.
Na? fällt euch etwas auf? Das was im Alltag manchmal so vermeintlich beschwerlich ist, aber bezeichnend fürs dritte Lebensjahr, hält uns eigentlich nur einen Spiegel vor Augen. 
Ich gehöre auch zu den Eltern, die das dritte Lebensjahr als sehr anstrengend empfinden. Sie spricht schon gut, aber gerade wenn sie so aufgeregt ist, weil sie unbedingt ihren Kopf durchsetzen möchte, merkt man, dass noch ein paar Worte mehr so manche Situation doch deutlich entschärfen würden, und so manche “Trotzreaktion” abschwächen könnte. Aber nur weil sie ihren Kopf entdecken, steht es uns dann zu, von Trotz zu reden? Wir sind schließlich auch nicht immer einer Meinung, wenn wir uns unter Erwachsenen unterhalten. Aber wir können drüber reden und wissen, dass das Leben nicht so funktioniert wie man es sich in seinem Plan zurechtlegt. Das müssen die Kleinen noch lernen. Das ein Plan kein Gesetz ist. Sondern nur eine Vorstellung von dem was man vorhat. Abweichungen werden von den Kleinen nicht eingeplant, da sie für sie nicht existieren. Und das frustriert.
Stellt euch vor, ihr beschließt, ihr geht nun zum Lieblingsbäcker, möchtet ein Körnerbrötchen kaufen, das ist euer Plan. Die Verkäuferin sagt euch kurz und knapp: nein. Gibt’s nicht. Nur ein Normales.
Ihr seid irritiert. Ohne jede Erläuterung wieso und weshalb, wird euer Plan durchkreuzt. Ihr versteht worauf ich hinausmöchte, nehme ich mal an.
Natürlich werdet ihr es nicht vermeiden können, Pläne eurer lieben Kleinen zu durchkreuzen, ihr seid ja auch kein Dienstleister, wie der eben beschriebene Bäcker. Es geht ja auch nicht darum, alles durchgehen zu lassen, was euch widerstrebt oder gar gefährliche Dinge. Aber ihr könnt die Lage einfach entspannen, indem ihr bei jedem Einschreiten noch mal kurz überlegt, ist das nun wirklich schlimm für mich, wenn ich es mein Kind nun doch mal selber machen lasse?
Ich hatte heute so ein Schlüsselerlebnis mit meiner kleinen Tochter. Wir waren spazieren mit dem Buggy. Sie fand es von vornerein ziemlich blöd darin sitzen zu müssen. Aber für zwei Erledigungen gab es keine andere Option. Sie fragte auf dem Rückweg, ob sie aufstehen darf. Ich haderte mit mir. Die Erfahrung der letzten drei Wochen war, dass ich sie dann meistens nach 5 Schritten tragen soll, aber bitte nicht in einer Trage, sondern auf dem Arm. Und das schaffe ich nicht allzu lange. Also hieß es heute für mich: nein sagen, aus Angst vor der Konfrontation, oder denken: es wird schon. Lass sie probieren. Du hast alles erledigt und Zeit. Hab Geduld.
Und was ist? Es hat geklappt. Sie lief ganz lieb an meiner Hand, bis wir zu Hause ankamen und Lief nicht weg. Ich lobte sie und sagte, dass sie das toll macht. Und was macht sie? Sie sagte Folgendes: “Mama auch toll!”
Ich wünsche euch und mir Geduld und Gelassenheit und auch mal das ein oder andere Augenzwinkern.
Alles Liebe Tanja

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One comment

    Ein ganz toller Post! Unser Sohn wird am Freitag 2 und ich merke auch immer öfter, dass es manchmal Sinn macht, ihn auch mal einfach machen zu lassen. Auch, wenn es den eigenen Ablauf stört oder unterbricht. Hört man aber in sich hinein, ist man ja eigentlich stolz darauf, dass das Kind so viel Interesse an Dingen hat und vieles selbst probieren will.
    Ich versuche das jetzt auch öfter umzusetzen – nicht immer ganz einfach, aber auf lange Sicht das Beste, um Konflikte zu umgehen. 🙂

    LG, Tine

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