[Beauty] Der Blick in den Spiegel als Mama – Selbstliebe

Ein Blick in den Spiegel würde verraten, wie akut der Schlafmangel ist. Aber es gibt Tage an denen man aufsteht und vermutlich lieber nicht hineinblickt. Es würde nur bestätigen, was das Körpergefühl gerade mitteilt: Müde, kraftlos, fahle Haut. Wieso das eigentlich Nebensache sein sollte und warum man eigentlich ganz schön stolz auf das Wunderwerk Körper sein kann, und die Selbstliebe im Vordergrund stehen sollte, darum soll es heute gehen.

Selbstliebe und Selbstachtung

Ein Blick in den Spiegel ist nicht irgendein Blick. Er ist kritisch, sehr selbstkritisch. Streng. Kurz zur Seite gedreht um einen anderen Blickwinkel zu bekommen. Sind wir nach diesen Blicken zufriedener? Oder brauchten wir das zur Bestätigung dessen, was man bereits fühlte, als man nach einer durchwachten Nacht aufgestanden ist?

Selbstliebe ist ein großes Wort, Selbstachtung könnte man auch mit einbeziehen. Euer Kind hat euch in der Nacht gebraucht. Ihr wart da. Stunde um Stunde. Habt es gewiegt und gestreichelt. Vielleicht gestillt und getragen. Ihm die Nase geputzt oder habt Wadenwickel gemacht. Ihr habt Großes geleistet und zum Dank hat man am Morgen den Salat. Die Augen sind müde, vielleicht sogar gerötet. Die Augenringe sind sichtbar und vielleicht sieht man dazu verquollen aus. Der Körper signalisiert ein bescheidenes Gefühl, keines was Wohlfühlen unterstützt, erst Recht nicht, wenn man sich so massiv an dem aktuellen Zustand stört.selbstliebe-rougerepertoire

Ich habe eine Weile gebraucht um das genauso anzunehmen. Als ich letzte Woche etwas twitterte musste ich schmunzeln, da ich genau vor Augen hatte, wie ich an so manchem Morgen im Kindergarten erscheine. Denn ihr kennt diese Tage, an denen morgens eine Dusche allein nicht ausreicht, um fit zu werden.

Lernprozesse

Es brauchte aber seine Zeit, bis ich das aber auch genauso akzeptieren konnte. Versteht mich nicht falsch. Ich bürste mir auch an solch einem Morgen die Haare und ziehe mich vernünftig an. Ich schminke mich aber nicht zwangsläufig, nur um den Fragen zu entgehen: “Gehts dir gut? Bist du krank? Du bist so blass. Ist alles in Ordnung?” Also sieht man meine Augenringe, meine Müdigkeit ist mir ins Gesicht geschrieben. Aber ich habe endlich gelernt das auch genauso anzunehmen. Gelernt, dass es nicht schlimm ist. Was für manche von euch oberflächlich klingt, kann manch anderer etvtl. nachvollziehen.

Einer meiner ersten Blogposts mit Kind war dieser hier. Und ich bin immer noch der Meinung, dass ein Kind nicht bedeutet sich selbst aufzugeben und weiterhin die Dinge für sich zu tun (im Rahmen der dies zulässt), die einem gut tun, wichtig sind. Aber ich bin seitdem ich den Artikel verfasste weniger streng mit mir selbst. Höre mehr auf meine Bedürfnisse und habe mehr Selbstachtung somit mehr Selbstliebe.

Wenn ich zurückblicke, wie oft ich allein in den letzten zwei Wochen nachts aufgestanden bin, dann sollte ich stolz auf mich sein, dass ich dennoch morgens aufstehen kann und alles in seinen gewohnten Bahnen laufen kann. Was sich nun im ersten Moment selbstVERliebt liest, ist einfach nur selbstachtend. Schließlich wissen wir alle, was Schlafmangel mit einem machen kann.

Photoshop im eigenen Badezimmer

Wenn ich die Kinder morgens in den Kindergarten gebracht habe, nehme ich mir nach der gewohnten Runde im Haushalt Zeit um mich zu restaurieren. Photoshop vorm eigenen Spiegel und die Müdigkeit wird in die Ecke gedrängt. Die Augenringe werden versteckt, der Teint wird ausgeglichen und etwas Bronzer zaubert Frische. Schnell noch Mascara um die Augen zu öffnen, nicht zu vergessen die Augenbrauen. Das alles sind Punkte, die machen mir Spaß, das mache ich gerne, es entspannt mich. Aber ich mache das nicht, damit niemand anderes sehen kann, dass unsere Nacht vielleicht nicht gut war. Ich mache das nicht um zu verstecken, dass ich nachts mein kleines Schnupfenmädchen im Arm gehalten habe und ihr gut zugeredet habe. Ich mache das nicht mehr.

Und euch wünsche ich die gleiche Selbstliebe, denn die ist wichtig.

Alles Liebe,
Tanja