[Leben] 3 Tipps für den Besuch beim Kinderarzt


Vor einer Weile habe ich mich mit Tina von Kind Küche Chaos darüber ausgetauscht, wie sie es schaffen kann, dass ihr Sohn nicht sofort weint, wenn er nur die Kinderarztpraxis betritt. Ich gab ihr Tipps und Ideen an die Hand, die den Besuch beim Kinderarzt einfacher gestalten sollten. Es funktionierte und sie kamen nicht schweißgebadet aus der Praxis zurück. Ein Dialog entstand und Tina meinte: “Es geht bestimmt auch noch anderen Eltern so, willst du nicht etwas darüber schreiben?”

Tipp 1: Angst nehmen durch Hilfsmittel

Mein Sohn hat auf einmal Angst vor unserer – sehr lieben – Kinderärztin entwickelt. Er weint bei jedem Besuch und möchte sich nicht anfassen, geschweige denn untersuchen lassen. Wie gehe ich am besten damit um?

Zunächst einmal ist es wichtig dieses Verhalten ernst zu nehmen und nicht abzutun. Ängste sollte man nie einfach nur beiseite schieben, sondern überlegen, worin sie evtl. begründet sein können. Denkt das Kind automatisch an die letzte Impfung und verbindet die Praxis direkt damit? Oder war es beim letzten Arztbesuch so krank, dass es sich schrecklich fühlte? Ich bin ein großer Freund von Büchern, wenn es darum geht Dinge zu erklären. So veranschaulicht man anhand von Bildern noch einmal, was im Normalfall eigentlich passiert. Prima ist es natürlich, wenn der nächste Besuch dann lediglich eine reguläre Untersuchung ist, U6, U7 usw. ist, wo man hingeht, wenn es dem Kind an sich gut geht.

Bücher aus der wieso weshalb warum Reihe kann ich sowieso empfehlen und Bodo Bär ist gerade für die ganz Kleinen wirklich süß gemacht. Ich würde also versuchen dieses Thema einfach mal in den Alltag zu integrieren und die Bücher gemeinsam anzuschauen. In Kombination mit einem Arztkoffer kann so evtl. ein Rollenspiel entstehen und das Kind kommt aus der “Opferrolle”/Angst heraus und ist selbst die Person, die mit dem Stethoskop einmal nach dem Rechten sieht. Steht dann die nächste U an, kann man kurz vorher noch einmal das Thema aufgreifen und erklären, dass nun ein gemeinsamer Besuch dort ansteht, aber der Koffer zB. ja einfach mitkommen kann. Ich glaube nicht, dass ein guter Kinderarzt etwas dagegen hat, wenn man parallel mit seinem Spielstethoskop hantiert.

Tipp 2: Beschönigt nicht, was auf das Kind zukommt.

“Das tut jetzt ein bisschen weh” oder “ist doch nur ein kleiner Piks” – wie ehrlich sollte ich vorher zu meinem Kind sein?

Ich verharmlose die Situation gegenüber meinem Kind beim Impfen nicht, dramatisiere es aber auch nicht. Ich erkläre in dem Moment kurz bevor es losgeht, dass es nun einen Piks gibt, der auch weh tut, der Schmerz aber schnell nachlässt und es wichtig ist, wenn man gesund sein möchte (an dieser Stelle bitte an alle: Ich führe hier keine Diskussion zum Thema Impfen und werde Kommentare die in diese Richtung gehen auch nicht zulassen). Natürlich sage ich das so nicht meinem 6 Monate altem Säugling, sondern meinem 1,5 bis 2 Jahre altem Kind. Sonst gibt es lediglich die Aussage, dass es nun einmal kurz zwickt. Der Moment ist für die Kinder an sich schon aufregend genug. Wichtig hierbei ist: Bleibt selbst ruhig. Eure Unruhe überträgt sich wie in allen Situationen aufs Kind. Bei der Kleinen konnte ich es zum Beispiel nicht aushalten, sie dabei auf dem Arm zu halten, es erschien mir falsch. Ich wollte nur die Person sein, die sie tröstet, nicht die, die sie festhält, damit das Beinchen auch nicht wackelt. Es ist aber keine Schande dies zu sagen, dafür gibt es kompetente Arzthelferinnen und ihr lasst damit auch nicht euer Kind alleine. Ihr seid da, aber ihr nehmt nicht die Rolle ein, die das Kind mit verärgert.

Tipp 3: Seid Experte für euer Kind und beruhigt es, wie auch sonst.

Wie kann ich mein Kind während des Arztbesuches am besten beruhigen?

So wie sonst auch, würde ich sagen. Stillt ihr noch? Dann legt das Kind an. Braucht es einen Schnuller? Dann bietet ihm den Schnuller an, wenn man ihm nicht gerade in den Mund schauen muss. Nehmt euer Kind auf den Schoß, wenn es ansonsten Angst hat abgehört zu werden und redet ihm gut zu. Wichtig finde ich aber dennoch zu signalisieren, dass es gerade keine andere Möglichkeit gibt und es keine Auswahl gibt, außer auf Mamas/Papas Schoß oder auf der Liege zu sitzen, nicht rauszugehen und die Sache zu beenden. “Erinnerst du dich noch, was Bobo Bär mit seinem Teddy gemacht hat? Das machen wir hier gleich auch. Nur da bist du der Teddy und der Arzt ist Bobo Bär und ich bin die ganze Zeit bei dir.” Bestärkt euer Kind ohne den Arztbesuch als heiligen Gral dastehen zu lassen. Es gibt nun einmal Dinge die getan werden müssen, so wie Zähne putzen. Was ich damit sagen möchte: Findet einen Weg euer Kind zu beruhigen, ohne es durch zu viel Gerede zu beunruhigen, stellt es als etwas vollkommen Normales dar, denn drumherum kommt man nun einmal nicht.

 

Ich hoffe euch damit ebenso ein wenig weiterhelfen zu können, denn es gibt sicherlich das ein oder andere Kind, was Angst vor einem Besuch beim Kinderarzt hat. Abschließend finde ich es noch einmal wichtig zu sagen: Denkt immer daran, auch wenn ihr euch Hilfe bei einem Experten holt, auf Grund von Krankheit des Kindes oder eben zur regulären U Untersuchung, ihr seid immer noch der Experte für euer Kind. Also handelt dort genauso intuitiv und liebevoll wie auch sonst, habt keine Scheu, nur weil ihr in einer Arztpraxis seid euer Kind zu trösten. Das mag banal klingen, ich glaube nur, dass es wichtig ist, dies so deutlich zu erwähnen, da oft das Gefühl entsteht, in diesem engen Takt in Praxen, dass für so einen „Firlefanz“ nun eigentlich gar keine Zeit sei.

Alles Liebe,
Tanja

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