[Leben] Das Geschlecht des Babys – Warum ist dieser Faktor so wichtig?

Erfährt man von einer Schwangerschaft, ist oft die erste Frage: Und? Weißt du schon was es wird? Ich finde es auch spannend, aber was ist daran eigentlich so wichtig? Ich habe mir in den letzten Wochen viele Gedanken dazu gemacht. Denn als ich von der Schwangerschaft mit unserem dritten Baby erfuhr, der Test positiv war, überlegte ich zuerst nicht wissen zu wollen, welches Geschlecht das Baby haben wird. Wieso und weshalb, das werde ich euch nun mal genauer erzählen.

Das große Rätsel rund um das Geschlecht des Babys

Als ich mit unserer Großen schwanger war, war es das erste Mal, zumindest seit der Fehlgeburt. Es war aufregend, von Ängsten geprägt, aus Sorge die ersten 12 Wochen wieder nicht zu überstehen. Ich hatte das Gefühl, wenn ich endlich wüsste, welches Geschlecht das Baby hat, dann könnte ich noch einen näheren Bezug herstellen. So kann man sich wirklich auf einen Namen einlassen und das Baby mit Namen ansprechen. Für mich war es ein großer Zauber und es war mir herzlich egal, ob es ein Junge oder ein Mädchen werden sollte. Ich wollte einfach nur etwas wissen, um es für mich greifbarer zu machen. An der Liebe, die ich bis dahin spürte, änderte das absolut nichts. Ich hatte kein Wunschgeschlecht, nie die Vorstellung unbedingt einen Jungen oder ein Mädchen bekommen zu wollen. Als wir dann beim großen Organschall in der 22. Woche erfuhren, dass wir ein Mädchen erwarten, war ich sehr selig. Meine Vorstellungskraft brauchte das und es hat mir geholfen, in der Zeit des Liegens, alles gut durchzustehen. Ich sprach mit ihr. Nicht anders als zuvor, doch ich hatte das Gefühl nun ist es noch einmal direkter. Klingt ziemlich verrückt, ich weiß.

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Noch ein Mädchen und doch ist alles anders

Während der Schwangerschaft mit der Kleinen verging die Zeit wie im Flug. Ich wusste nicht mehr auf den Tag genau, wie weit die Schwangerschaft fortgeschritten war, wenn man fragte, wie weit ich denn sei. Als Antwort musste stets die Wochenanzahl reichen. Vom Gefühl her war alles anders. Ich fühlte mich anders und dachte, dass es vielleicht daran liegt, dass es dieses Mal ein Junge werden würde. Da wir zu diesem Zeitpunkt davon ausgingen, dass wir zwei Kinder haben möchten, dachte ich: Jetzt noch ein Junge wäre auch schön, dann dürfte ich die Erfahrung machen, wie es mit einem Mädchen und mit einem Jungen ist. Aber es hatte für mich keine Priorität, da auch dieses Mal wieder Sorgen mitschwangen und der altbekannte Satz “Hauptsache das Baby ist gesund” immer wichtiger war. Als uns gesagt wurde, dass auch dieses Baby ein Mädchen wird, weiß ich, dass ich einmal schlucken musste und mich dann genauso freute, wie auch bei unserer Großen. Und ich habe mich deswegen schrecklich gefühlt. Dies war allein dessen geschuldet, dass ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, wie es sein könnte oder vielleicht schön wäre (Erfahrungen sammeln können, unterschiedlicher Geschlechter als Kinder). Als dann unsere Kleine auf die Welt kam, war sie so anders als die Große. Und auch heute noch sind die Zwei unzertrennlich, aber unterschiedlicher könnten sie nicht sein. Klein E. ist auf Dinge raufgeklettert, da konnte sie noch lange nicht laufen, wie sie runterkommen sollte, wusste sie natürlich nicht. Aber das war egal. Da ist sie bis heute sehr furchtlos, aber nie unvorsichtig. Sie spielt unfassbar gerne mit Autos, trägt am Liebsten blau, keine Zöpfe und bloß keine Kleider. Hier gibts auch Ausnahmen, die sind aber wirklich selten. Es ist eben keine Geschlechterfrage, es ist eine Typfrage. Und diese Erfahrung hat mich gelehrt, dass es vielleicht in Ordnung ist Wünsche zu haben, aber man muss sich dessen total bewusst sein, dass man anschließend nicht in eine Enttäuschung reinschlittert. Das ist schließlich kein Wunschkonzert.

“Wir wünschen euch, es wird nun endlich ein Junge”

In der jetzigen Schwangerschaft wollte ich das Geschlecht zuerst nicht erfahren. Nun bin ich aber doch sehr neugierig. Genauso wie viele andere Menschen, die uns endlich einen Jungen wünschen und hoffen, es würde nicht wieder ein Mädchen. Gut, dass dies ungefragt von Menschen an einen herangetragen wird. Ich würde es sehr gerne erfahren. Ich ertappe mich dabei darüber nachzudenken, was wäre es wäre nun ein Junge? Wie wäre das? Bin ich eine Mädchenmama? Aber dann sehe ich meine zwei wunderschönen Mädchen an. Meine kleine Rabaukin und ihre große Schwester, die fast ausschließlich Kleider tragen möchte und ihre Puppen bemuttert. Ich bin keine Mädchenmama. Ich bin eine Mama und gehe individuell auf die Bedürfnisse meiner Kinder ein. Sie werden in keine Rollen gedrückt, dürfen sich frei entfalten und mit den Sachen spielen, wie sie es gerne möchten und es ist egal, ob es da um eine Genderfrage geht.

Welches Geschlecht das Baby in meinem Bauch haben wird?
Junge oder Mädchen? Wer weiß das schon?
Und das Schöne ist: Es ist total egal!

 

Habt ihr euch das Geschlecht des Babys verraten lassen?
Hattet ihr ein Wunschgeschlecht?

Alles Liebe,
Tanja