[Leben] {Gastbeitrag} Das eigene Selbstwertgefühl und was man seinen Kindern vermittelt

Es ist wieder mal Zeit für einen Gastbeitrag. Ich finde das sowohl für euch, als auch für mich absolut bereichernd. Es geht um das eigene Selbstwertgefühl, wie wichtig es ist, insbesondere dann, wenn man Kinder hat. Schließlich möchte man ihnen ein gutes Vorbild sein.

Wer den inspirierenden Beitrag geschrieben hat? Maya, Make Up Artist, Minibloggerin (wie sie sich selbst nennt) und Mama von drei Töchtern.

 

Hallo liebe kritische Frau,

hast Du heute morgen in den Spiegel geschaut und die Augen verdreht? Bist Du voller Scham von der Wage gestiegen? Hast Du den ganzen Tag versucht den Kuchen nicht zu essen?
Fühlst Du Dich angesprochen? Ich würde mich angesprochen fühlen, denn ungefähr so läuft mein Tag ab. Ich bin eine kritische Frau! Und ich bin nicht alleine.

Vielleicht hast Du schon Kinder zur Welt gebracht und wohnst jetzt -so wie- ich in einem anderen, etwas veränderten Körper. Ich habe 4 Schwangerschaften hinter mir und bin Mama von 3 Töchtern im Alter von 12, 9 und 4… Das ist die komplette, komplizierte Mädchenwelt unter einem Dach! Und mein armer Mann ist mit seinem Testosteron in der Unterzahl.

Unsere Mädels werden älter und ich mache mir immer mehr Gedanken über das Frauenbild, welches ich meinen Töchtern vermitteln möchte. Im Moment geht es bei uns vor allem um unsere Körper und unser Aussehen, denn die Große ist in einem bestimmten Alter, wo so etwas täglich thematisiert wird:

Wie sehe ich aus? Was ziehe ich an? Bin ich zu dick?
Das eigene Selbstwertgefühl.

Meine Tochter ist wie ihre Klassenkameradinnen nicht zu dick. Dennoch schummeln schon die 12 jährigen Mädchen bei ihrem Gewicht. Natürlich möchte ich meinen Kindern beibringen, sich selbst und vor allem ihren Körper zu lieben. Doch wie soll ich das ehrlich vermitteln, wenn ich doch selbst ewig unzufrieden mit mir und meinem Umfang bin, ständig versuche Diäten zu halten und am Ende des Tages eben doch nicht perfekt bin. Ist es ok, sich dem gesellschaftlichen Druck zu beugen und immer nach der perfekten Figur zu streben? Stimmen die Attribute dick=krank und schlank=gesund? Ist es erstrebenswert, sich ein Leben lang mit seinem Gewicht zu beschäftigen und den Kindern vorzuleben, dass Frau nur gut und erfolgreich sein kann, wenn sie dünn ist? Häufig höre ich im Bezug auf mein Gewicht: „… aber Du musst doch gesund für Deine Kinder sein.“

Bin ich denn krank?

Nein! Denn ich fühle mich nicht krank! Ich muss mich wirklich nicht für meinen Körper schämen, schon gar nicht, weil mein Bauch nicht flach und meine Brüste nicht mehr straff sind. Es ist ein heikles und sensibles Thema, aber dennoch aktueller denn je. In der sicheren Umgebung meines Zuhauses ist alles in Ordnung, doch in der Außenwelt schaut man kritisch auf so eine dicke Frau mit den drei Kindern. Heute, nach ganz vielen Gesprächen mit anderen Mamis, und vor allem nach vielen langen Stunden mit meiner ältesten Tochter und ihren Freundinnen, bin ich endlich auf dem richtigen Weg, meinen inneren Frieden mit meinem dicken Ich zu schließen. Denn meine Kinder und mein Ehemann (wir sind seit fast 20 Jahren zusammen) lieben mich so, wie ich bin: weich, kuschelig und anschmiegsam. Sie verurteilen die zusätzlichen Kilos nicht. Warum also soll ich es dann tun?

Niemand ist perfekt!

Denn es gibt einfach kein PERFEKT. Selbstverständlich sind es meine Töchter in meinen Augen, aber sie sind auch noch klug, talentiert, kreativ, chaotisch und wunderschön. Und zwar so, wie sie sind! Jede für sich mit ihren ganz eigenen Marotten. Und wenn wir das endlich akzeptieren und annehmen und so an unsere Kinder weitergeben, dann wird die Welt ein kleines bisschen besser.

Urteile nicht über andere!

Beurteile und verurteile niemanden wegen ihres Aussehens! Denn hinter einem dicken Mädchen steckt vielleicht deine beste Freundin fürs Leben und hinter dem ungeschminkten Gesicht wartet vielleicht dein Schutzengel für schwere Zeiten. Liebe Dich und liebe und akzeptiere auch alle anderen! Wenn wir alle aufhören würden unsere Mitmenschen zu verurteilen, schlecht oder kritisch über sie zu sprechen oder ihnen komische Blicke zu zu werfen, könnten wir uns endlich auf uns konzentrieren. Und dann würden wir merken, dass wir gut sind, so wie wir nun mal sind! Du willst Dich nicht ständig wiegen? Dann lass es bleiben! Du möchtest den Kuchen noch essen? Dann genieß ihn in vollen Zügen! Du möchtest Deinen Töchtern ein positives Frauenbild vermitteln? Dann fang bei Dir selbst an und lerne endlich Dich zu lieben. Denn nur dann können es auch die anderen tun.

Alles Liebe, Maya