[Leben] Friede Freude Eierkuchen – der ganz normale Alltagswahnsinn

“Darf ich auf den Schohooß?”

Tönt es pünktlich von links nach dem Auftun der Mahlzeit auf die Teller von klein E. 
Ich merke, wie sehr mich das in diesem Augenblick nervt. Nicht, weil ich mein Kind nicht liebe, sondern weil ich wenigstens beim Essen mal keinen Körperkontakt haben möchte. 

Wenn sie nämlich nicht gerade ihre Grenzen austestet, dann möchte sie am eigentlich am Liebsten auf den Arm. Ich kuschel unglaublich gerne mit ihr, aber mit bald 2,5 Jahren hat man eben auch schon ein stattliches Gewicht zu tragen. Ich kenne diese Phase noch zu gut von R. Bei Müdigkeit oder Hunger war sie der größte Kuschelkönig den ich kenne. Und ansonsten konnte ich gar nicht schnell genug sein, wenn es um ihre Ideen ging, die sie stets versuchte zu verwirklichen. 
Während ich drei Mal tief durchatme und mein Kind natürlich auf den Schoß nehme, merke ich sofort ihren Stimmungswechsel. Sie ist total entspannt und ich schneide mir in Gedanken direkt mal eine Scheibe davon ab und habe kurz ein schlechtes Gewissen.
Also können wir nun alle anfangen zu essen. Aber rechts von mir sitzt ja auch noch ein Kind. Und R. wäre nicht R., wenn sie nicht gleichziehen würde. Das scheint aktuell die neue Sportart der Zwei zu sein. Wer kann alles höher, besser, schneller, leiser (rein theoretisch) und lauter. 

“Ich möchte auch auf deinen Schoß Mama!”

Da ist er. Der Satz, auf den ich mich innerlich schon vorbereitet habe.
“Komm doch zu mir.”, höre ich meinen Mann sagen. “Nein, das ist gemein. Ich will aber auch zu Mama.” Tja und nun? Dem einen Kind erlauben und dem anderen nicht? Zählt hier die Karte: “Du bist doch aber schon so groß und sitzt doch direkt ganz dicht neben mir. Lass uns nach dem Essen zusammen auf dem Sofa kuscheln!”  Ich kann sie sogar verstehen. Dann ist man eben nicht groß. Und sie soll auch nicht das Gefühl haben, es dreht sich alles um die Wünsche der Kleinsten.
Sie findet meinen Vorschlag aber zum Glück ziemlich gut und wir können nun also endlich essen.

Meistens geschieht genau so etwas beim Abendessen. Wo alle schon müde sind und in jedem Familienmitglied Bedürfnisse schlummern – unterschiedliche natürlich – die ausgelebt werden wollen. Gerade beim Abendessen sehne ich mich schon sehr nach Ruhe (Ich weiß durchaus, dass das etwas ist, was kaum realisierbar ist, mit Kindern in dem Alter, der Wunsch ist dennoch da). Nicht mal ohne die Kids, aber eben entspannt, jeder sitzt auf seinem Stuhl und man erzählt sich vom Tag. So war es bis vor wenigen Wochen auch noch. Und es wird auch wieder anders sein. Wer weiß, in welcher Phase die Kleine gerade steckt? Was sie gerade mit sich ausmacht und lernt?

R. ist dazu gerade sehr leicht reizbar und reizend. Sie weiß genau, welche “Knöpfe” sie bei ihrer Schwester drücken muss, damit diese sich angestachelt fühlt und zum Kontern übergeht. Weinen tut meist nur ein Kind. Wer, das lasse ich hier mal offen. Also werde ich zum Streitschlichter und versuche zu vermitteln – bis zum nächsten Streitpunkt.

So anstrengend es auch manchmal ist und so wenig man seine Dauerschleife der Schimpf-Floskeln mag, bin ich doch wirklich froh darüber, wie wir das immer alles regeln und lösen. Und ebenso bin ich manchmal auch von mir beeindruckt (ja, man muss sich auch mal selbst auf die Schulter klopfen), wie ich es schaffe meine Ungeduld  in den Hintergrund zu rücken, die Situation so anzunehmen wie sie ist und ganz vielleicht noch mit meiner lieben Freundin darüber reden. Aber Austausch ist schließlich gut und wichtig. Wie soll man denn sonst lernen, wenn nicht durch eigene Reflektion?

Alles Liebe,
Tanja

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