[Leben] Abschied nehmen und Sterben – Ein Tabu mit Kindern?

Heute möchte ich ein Thema ansprechen, was im Zusammenhang mit Kindern eher zu den Tabuthemen gehört. Zumindest habe ich das Gefühl. In meiner Familie wird es in vermutlich nicht allzu langer Ferne dazu kommen, dass das Leben seinen Lauf nimmt. Der ewige Kreis – irgendwann ist ein Leben zu Ende. 
Ich finde es wichtig, dies auch mit den Kindern zu thematisieren. Besonders mit der Großen, die deutlich mitbekommt, dass meine Laune getrübt ist und auch fragt, warum ich traurig bin. Sie hat keine enge Bindung zu diesem Familienmitglied, aber sie kennt und mag diese Person. Aber wo fängt man dann an zu erklären um immer noch altersgerecht zu bleiben? Versteht sie das alles?
Kinder wären jedoch nicht Kinder, 
wenn sie einen mit ihren feinen Antennen nicht immer wieder überraschen würden. 
Den Anfang hat meine Tochter von ganz alleine gemacht. Ich erzählte ihr, dass es der Person nicht gut geht. Scheinbar spürte sie, dass da mehr hinterstecken muss. Und so nickte sie und sagte: “geht’s ihr so wie es der Katze von Oma und Opa ging?”  Ich nickte, wohl wissend, dass es für sie  nicht wichtig ist, ob Tier oder Mensch. Das Mitgefühl ist gleich. “Brauchen wir dann auch so einen Stein? Und zum Glück Mama, fliegt das was im Kopf ist, ja in den Himmel. So müssen wir gar nicht so traurig sein.” 

Da hatte sie mich. Was sollte ich da noch zu sagen. 
Im Kindergarten wurde vor einiger Zeit das Thema Sterben angesprochen, da von einem Kind der Opa gestorben ist. Für sie ist der Tod nichts Schlimmes. Nichts, wovor man Angst haben muss. Es ist eben einfach so. Es ist so, wenn man schon ganz alt ist. Es ist so, wenn man ganz krank ist. 
“Wie gut, dass es uns gut geht und wir nicht alt sind”, oder Mama? 
In unserem Fall, reden wir gerade erst einmal vom Abschied nehmen. Das es schön ist, wenn man lebwohl sagt. Egal auf welche Art und Weise. Ob man bei der Person ist, oder weiter weg. Man kann sich immer verabschieden und zwar so, wie man das möchte. Ich fragte sie, ob sie sich auch verabschieden möchte und wie sie das gern tun würde. Ich habe ihr erklärt, dass wir dorthinfahren können, aber das wollte sie nicht. Sie wollte ein Bild malen und dieses Bild sollte ich mitnehmen. Genau das habe ich auch getan. Eine Blumenwiese und eine Sonne. Den Himmel könne die andere Person ja malen, die weiß dann ja besser wie es dort aussieht. Das ist wieder eine Erklärung mit Kinderblick, denn in ihren Augen ist ganz klar, dass es “danach” weitergeht. Und zwar einfach an einem anderen Ort.
Und was klingt wie kitschig ausgedachter Inhalt, ist ein Gespräch von vor drei Tagen mit meinem Mädchen. Es ist mir wichtig, dass dazu zu sagen, da es wieder einmal zeigt, dass der Satz “das verstehst du sowieso noch nicht!” entkräftet wird, der ja gern im Hinblick auf schwierige Themen von Erwachsenen verwendet wird. Vielleicht auch nur, aus Scheu etwas anzusprechen?

Alles Liebe,
Tanja

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One comment

    Wie recht du hast. In meinen Augen ist es auch wichtig mit den Kindern dieses Thema zu besprechen, sie merken sowieso das etwas nicht stimmt.

    Wir schleppten das Thema schon seit Mitte letzten Jahres mit uns herum. Mein Papa war sehr schwer krank, es sah nicht gut aus, aber irgendwie hat er es geschafft im Februar nach Hause zu kommen. Leider nur für 6 Wochen, gerade als es bergauf ging kam ein Rückschlag nach dem anderen und plötzlich war er einfach nicht mehr da. Meine Tochter liebte ihren Opa und für sie war es ganz schlimm als es hieß "der Opa ist im Himmel". Aber sie hat es gut verkraftet, gerade weil wir offen mit ihr und dem Thema umgegangen sind. Kinder verstehen viel mehr als uns Erwachsenen klar und bewusst ist.

    Ich wünsch euch viel Kraft…

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