[Leben] Eine ganz besondere Anleitung für Babys

Als man auf mich zukam, ob ich nicht Lust hätte, ein Ebook zum Thema “Schreibaby” zu lesen, zögerte ich. Alleine das Wort Schreibaby widerstrebt mir. Aber nun gut, ich erinnere mich noch gut, wie ich mich damals an den Laptop setzte und nach “Schreibaby Hilfe” suchte. Als mir das wieder einfiel, sagte ich zu. Das Ebook wurde von Jana Kühnler geschrieben, die selber Mutter eines Schreibabys war. Ihre ganzen Erfahrungen hat sie eben in genau diesem Ebook festgehalten.  Nachdem ich das Buch gelesen habe, dachte ich: Das hätte ich damals auch mal gebraucht. Es wirkt so beruhigend, nicht belehrend. Man liest zwischen den Zeilen “ich versteh dich und ich versuche dir zu helfen”. 
Ich berichtete euch hier ausführlich darüber, dass auch unsere große Tochter viel schrie. Mit unseren Erfahrungen im Hinterkopf habe ich das Ebook gelesen. 

Es gibt 15 Kapitel, in der allerhand Tipps gegeben werden. Eine Übersicht der Kapitel seht ihr hier. Angefangen mit gängigen Tipps, wie zB. das Anlegen eines Schreiprotokolls oder die Abklärung organischer Ursachen (finde ich einen wichtigen Punkt), startet das Buch. Es wird sehr ausführlich darüber berichtet, was es für Möglichkeiten gibt, wie man sein Baby beruhigen kann. Ebenso wird die Schreiambulanz beschrieben, was sie ist und wie sie helfen kann.

Besonders erfreulich finde ich, dass das Pucken so einen hohen Stellenwert hat, aber auch genau beschrieben ist, worauf zu achten ist. Pucken ist nämlich mehr, als das schlichte Einwickeln in ein Tuch, was umgangssprachlich leider gerne mal gesagt wird. Das Stillen nach Bedarf wird angesprochen. Toll erklärt, wieso man sein Kind nicht verwöhnen kann. Das ist übrigens ein Punkt, der mir im gesamten Ebook positiv auffällt. Es ist nicht dieser typische Ratgeber, indem man Tipps erhält und gleichzeitig belehrt wird.

Kommunikation ist ein Eckpfeiler, wo ich aber ein wenig Umsicht vermisse. Es wird ausführlich beschrieben, was das Kind von einem wollen könnte, wenn es bestimmte Dinge macht. Aber evtl. reagiert das Kind auch auf eine unsichere Umgangsweise der Mutter oder des Vaters. Mir fehlt also das mit einbeziehen der Eltern als Faktor.

Neue Informationen konnte ich nun nicht gewinnen, aber das liegt wohl einfach daran,  dass wir leider auch genug Erfahrungen in dem Bereich sammeln mussten.  Damals wäre aber eine neue Information die Osteopathie gewesen. Und darüber wäre ich sehr dankbar gewesen. Wer den oben verlinkten Post von mir gelesen hat,  der wird wissen, dass wir erst recht “spät” von dieser Möglichkeit erfahren haben.

Insgesamt spricht das Buch aber einen Ton,  der sehr angenehm ist.  Stets wird erwähnt, dass es nicht zu viel Nähe gibt,  man Babys nicht verwöhnen kann und das Tragen keine Religion ist,  sondern auch von beiden Seiten erwünscht sein muss. Es trifft meinen Nerv. Alles kann. Nichts muss.

Für 19,90€ könnt ihr es hier erwerben, mit einem Rückgaberecht von 100 Tagen, wenn es euch  nicht hilft. Eine Leseprobe gibt es dort ebenfalls.

Alles Liebe,
Tanja

C/O Das Ebook wurde mir kostenlos zur Verfügung gestellt.

[Leben] Vom Zauber der Anfangszeit und Schutztieren.

Mitfiebern und warten. Mut zusprechen und weiter warten.  
Irgendwann kam die Nachricht, dass alle wohlauf und gesund sind – nun zu Dritt. 
Wovon in rede? Davon, dass es im engen Freundeskreis ein neues Baby gibt. 
Ein Baby, was so sehr gewünscht ist und jetzt schon so sehr geliebt wird. Ein Baby, was verzaubert und einen in die eigenen Anfangszeiten zurückkatapultiert. 
Ich konnte diese Zeit des langen Wartens nicht so sehr nachvollziehen, da es bei mir eher eine Zeit des Hoffens gewesen ist, dass das Baby nicht zu früh kommt. Und wenn ich mich daran zurückerinnere, wie wir nachts im Kreißsaal waren, welche Schmerzen und Ängste man durchgestanden hat und wie man dann sein ganz eigenes Wunder im Arm halten konnte, könnte ich tatsächlich weinen. Auch wenn unsere Babyzeit mit R. nicht so einfach war, hatte sie dennoch etwas Magisches an sich. Die Anfangszeit mit E. verlief wieder anders. Man musste sich wieder neu organisieren, jeder musste seinen Platz finden und es war ein Kind mehr da, was neue vielleicht andere Bedürfnisse hat. 
Aber in jeder Zeit wohnt ein Zauber und diesen gilt es festzuhalten. Denn dann kann man sich an ihn erinnern, wenn eine kleine Durststrecke bevorsteht. 
Unsere Kinder sind vollkommen aus dem Häuschen, dass da nun ein Baby ist. Als wir R. erzählt haben, dass unsere Freunde ein Baby erwarten, war sie schon furchtbar ungeduldig. Da hat sie die Schwangerschaft ganz anders miterleben können, als bei mir mit ihrer kleinen Schwester. Schließlich war sie da noch viel kleiner. Sie bemerkte auch ganz andere Dinge und holte immer wieder die Bücher hervor, die wir damals gelesen haben, als ich mit der Kleinen schwanger war. 
Außerdem äußerte sie den Wunsch, eine ihrer Ostheimer Figuren an das Neugeborene weitergeben zu wollen. Als Schutztier, so wie sie auch eines hat. Es sorgt dafür, dass sie sich nicht fürchten muss. Manchmal nimmt sie es mit und hält es ganz fest. Manchmal bleibt es über Wochen im Kinderzimmer am immer gleichen Platz. Aber sie hat stets im Blick dass es da ist und auf sie aufpasst. Und so suchte sie den Hund aus ihrer kleinen Holztiersammlung aus. Ich bot ihr an, wir könnten auch einen eigenen Hund für das Baby kaufen, auch wenn ich sehr schätze, dass sie angeboten hat eine Holzfigur abzugeben, was aber sofort verneint wurde. Schließlich habe der Hund doch schon bei ihrem Schweinchen gesehen, was er für Aufgaben hat, sagte sie mir. 
Als die Nachricht kam, dass das Kind nun da sei, schliefen schon alle. Als R. mich morgens weckte, war ihre erste Frage: “Und Mama? Ist das Baby nun da?” Schließlich bekam auch sie die Zeit des Wartens mit. Ihr Funkeln in den Augen, als ich ja sagte war unbeschreiblich schön. Zu den vielen gemalten Bildern, die sie bereits malte, kamen erneut welche dazu. “Damit es mich nicht vergisst, wenn wir uns nicht sehen”, fügte sie noch hinzu, als sie mir die neusten Werke präsentierte. 
E. wurde dann von ihrer großen Schwester erklärt, dass das Baby auch mit den Spielsachen spielen darf, die wir hier haben. Nur nichts ganz Kleines, das ist zu gefährlich. 
Nachdem wir also geklärt haben, was wir u.a. mitnehmen werden, zählt mein großes Mädchen die Tage bis zum Kennenlernen. Bis dahin schaut sie Bilder und kann kaum glauben, dass sie auch einmal so klein gewesen ist.  Und bei mir? Der Babyzauber, meine eigenen Erinnerungen, sind wieder richtig präsent. 
Und ich bin unendlich dankbar für meine zwei Strolche. 
Alles Liebe,
Tanja